Hohennauen

Neue Spitze auf dem Kirchturm

Der Turm der Kirche Hohennauen hat seit Samstag eine neue Spitze. Im Rahmen eines Festakts wurde das vergoldete Kreuz installiert. Finanziert wurde das Turmkreuz mit Hilfe einer Spendenaktion. Rund 15 000 Euro haben Einwohner und Unternehmen in den vergangenen sechs Monaten gegeben und damit die neue Bekrönung ermöglicht.

Ein Hingucker mit Ausstrahlung Das neue vergoldete Kreuz mit Kugel auf der Kirchturmspitze.
Quelle: Norbert Stein

Hohennauen. Den Hohennauener Kirchturm ziert ein neues vergoldetes Kreuz mit Kugel. Eingeweiht wurde die neue Bekrönung am Samstag mit einer feierlichen Andacht. Viele Einwohner und Gäste waren aus diesem Anlass auf den Dorfplatz vor der Kirche gekommen. Ursprünglich vorgesehen war, dass Pfarrerin Dorothea Klimmt und die Vorsitzende des Fördervereins Kirche Hohennauen, Monika Pickenhahn, von einem Gerüst in 23 Metern Höhe die Bekrönung enthüllen. Darauf musste man allerdings aus Gründen der Sicherheit verzichten, weil der Wind immer noch ziemlich stark wehte. Lediglich Wolfram Schwelgin, Bauleiter für die im April begonnenen Sanierung der Dorfkirche, war vor Beginn der offiziellen Feier hinaufgestiegen, um die Hülle von der Bekrönung zu nehmen.

Pfarrerin Dorothea Klimmt bei der Festrede zur Einweihung des Kreuzes.
Quelle: Norbert Stein

Die Änderung im Programmablauf nahm dem Anlass seine Würde nicht. „Kirche ist Heimat“, sagte die Pfarrerin. Wenn sie über die Brücke komme und die Kirche sehe, habe sie stets das Gefühl, wieder zu Hause zu sein, sagte Dorothea Klimmt weiter und berührte damit wohl die Herzen aller anwesenden Einwohner. Die neue Bekrönung werde dieses Gefühl noch bestärken. Vielleicht ist sie auch der Anfang für ein neues gesellschaftliches Nachdenken über die Bedeutung des Kreuzes in der heutigen Zeit, als Kraftspender für eine versöhnliche und friedlichere Welt, brachte die Pfarrerin als Hoffnung zum Ausdruck.

Finanziert wurde das Turmkreuz mit Hilfe einer Spendenaktion, initiiert vom Förderverein Kirche Hohennauen. Rund 15 000 Euro haben Einwohner und Unternehmen in den vergangenen sechs Monaten gegeben und damit die neue Bekrönung ermöglicht.

Eine Liste mit den Namen aller Spender sowie Euromünzen, eine Luftbildaufnahme von Hohennauen, den Gemeindebrief und die Tagesausgabe der Märkischen Allgemeinen legte der Förderverein in zwei Schatullen. Bauarbeiter werden die Schatullen heute in die Turmkugel legen und diese an-schließend verschließen. Auch eine Ode an das Turmkreuz gehört zu den Zeitdokumenten in den Schatullen. Gerhard Pionscheck hat sie geschrieben und am Samstag vorgetragen.

Das alte eiserne Kreuz auf dem Turm, der im 14. Jahrhundert als Wehrturm errichtet wurde, war schon längst keine Zierde mehr. „Es war nur noch Schrott“, sagte Gerhard Stackebrandt und zeigte den Besuchern eine verrottete Eisenstange vom Kreuz. Stackebrandt war einer der Initiatoren der Spendensammlung. Gemeinsam mit Ernst Dietrich Wille vom Gemeindekirchenrat würdigte er, wie auch alle anderen Redner des Festaktes, das unermüdliche Engagement der Mitglieder des Fördervereins Kirche Hohennauen. 2009 wurde der Förderverein gegründet. Seither hat die Vorsitzende mit ihren Mitstreitern rund 100 Veranstaltungen organisiert, unzählige Schmalzstullen geschmiert, Sponsoren akquiriert und Anträge geschrieben. Alles mit dem Ziel, auf die dringend notwendige Sanierung der Kirche aufmerksam zu machen und dafür das nötige Geld zu beschaffen. Die Ausdauer führte zum Erfolg. Die Dorfkirche wird saniert. Im April haben die Arbeiten begonnen. Rund 500 000 Euro stehen dafür mit einer Leader - Förderung bereit. Die notwendigen 125 000 Euro Eigenmittel sichern zu je einem Drittel, die Kirchengemeinde, der Förderverein und das Konsistorium.

Die Bekrönung war der feierliche Abschluss für die Sanierung des Kirchturms. Bauleiter Schwelgin nannte viele Ausbesserungen am Haupttragwerk und eine neue Dacheindeckung als Beispiel der erledigten Arbeiten zum Erhalt des Turms in seinem ursprünglichen Charme. Teile morscher Balken und alter Dachsteine konnten die Besucher in einer auf Strohballen betteten Ausstellung besichtigen. Nun werden die Sanierungsarbeiten am Kirchenschiff fortgesetzt und wenn alles nach Plan verläuft Mitte nächsten Jahres abgeschlossen.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 08. Oktober 2017

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