Paplitz

Kirche wird erst Heiligabend wiedereingeweiht

„Vorfreude, schönste Freude, Freude im Advent...“ So wie in dieser bekannten Volksweise geht es den Mitgliedern der Paplitzer Kirchengemeinde. Eigentlich sollte ihre für rund 360 000 Euro sanierte Dorfkirche am zweiten Advent feierlich eingeweiht werden. Aber nun wird erst Heiligabend etwas daraus. Damit dauert die Vorfreude an.

Monika Sokol brachte vorsorglich einen Zettel an der Tür der sanierten Paplitzer Dorfkirche an, um Nachzügler auf den neuen Ort für die Adventsfeier hinzuweisen.
Quelle: Frank Pechhold

Paplitz. Eigentlich sollte die sanierte Paplitzer Dorfkirche Sonntag wieder eingeweiht werden. Aber daraus wird erst Weihnachten etwas. Also feierten Pfarrer Andreas Hemmerling und Mitglieder des Pfarrsprengels Baruth in der Gaststätte Hannemann den 2. Advent.

„Heiligabend haben wir auf jeden Fall eine schöne Kirche“, sagte Hemmerling. Auch er hätte viel lieber im Gotteshaus Advent gefeiert und die Posaunen spielen lassen. „Die gute Nachricht ist, die Kirche ist fertig saniert.“ Allerdings stehe drinnen noch das Gerüst der Maler. Darum verlängere sich die Vorfreude auf die Wiedereinweihung der Kirche um weitere zwei Wochen, gewann Hemmerling der schlechten Nachricht etwas Gutes ab.

Vorsorglich Zettel für Nachzügler an der Kirchentür angebracht

Vorsorglich hatte Monika Sokol vom Gemeindekirchenrat einen Zettel mit der Nachricht vom verschobenen Einweihungstermin an die Kirchentür geklebt. Aber irgendwie hatte es sich in Paplitz, Groß Ziescht, Baruth und den umliegenden Dörfern bereits herum gesprochen, dass alle Gäste gleich in den Saal der Gaststätte Hannemann kommen möchten. Dort standen vier stattliche, geschmückte Weihnachtsbäume, waren die Kaffeetafeln mit Platten voller selbst gebackenem Kuchen eingedeckt.

„Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist die Kirche im Grunde genommen fertig“, sagte Pfarrer Hemmerling. Beispielsweise müssten die Türen noch gestrichen werden. Aber das werde alles noch erledigt, so dass die Kirche bis zum Gottesdienst an Heiligabend fix und fertig sei.

Nun wieder frei stehender Glockenturm komplettiert Ensemble

Darauf vertraut auch Hanna Krüger, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. „Sobald das Gerüst und die Handwerker raus sind, gehen wir Paplitzer rein und putzen was das Zeug hält.“ Die Handwerker hätten zwar Laufbretter und dicke Pappe ausgelegt, um möglichst wenig Schmutz zu verursachen. „Aber trotzdem ist ja doch alles eingestaubt.“ Krüger zufolge sehe die Kirchendecke nun ganz anders aus. „Vorher war das Tonnengewölbe hellblau, nun ist es dunkelblau“.

Marcel Hahn vom Baruther Architekturbüro Reckers betreute die rund 360 000 Euro teuren Sanierungsarbeiten an der spätmittelalterlichen Feldsteinkirche mit ihrem barockem Vorbau und dem abseits stehenden Glockenturm. Das denkmalgeschützte Ensemble ist nun auch wieder optisch ein Kleinod. „Unter anderem wurden das Dach neu gedeckt und die Risse im Mauerwerk beseitigt“, so Pfarrer Hemmerling. Auch das zu DDR-Zeiten an den Glockenturm angebaute, allerdings nicht auf dem Kirchengelände befindliche Buswartehäuschen ist verschwunden. Ständig sammelte sich dort Laub und Papier. Auch der Putz und die Farbe des ungenutzten Unterstandes bröckelten ab. Aus diesem Grund trugen 25 fleißige Helfer in Absprache mit der Stadt Baruth an einem Oktobersamstag das Wartehäuschen samt kleiner Mauer ab. „Alle finden das Ensemble von Kirche und Glockenturm so schöner, wie es jetzt aussieht“, sagte Andreas Hemmerling.

Von Frank Pechhold

Märkische Allgemeine vom 11. Dezember 2017

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