Prensdorf

Restaurierung der Deckenmalerei abgeschlossen

Große Freude in Prensdorf: Die Restaurierung der historischen Deckenmalerei in der Dorfkirche ist jetzt abgeschlossen. Weihnachten wird das Werk öffentlich gezeigt. Der Freundeskreis des Gotteshauses hat viele weitere Ideen.

Von der Plattform des Gerüstes wirkte der Dachraum eher wie ein hübsches Wohnzimmer.
Quelle: Uwe Klemens
 
Dagmar Dammann (li.) und Frauke Gallinat bei den letzten Pinselstrichen, bevor das Gerüst abgebaut wird.
Quelle: Uwe Klemens
 
Thomas Felsch macht die Kartusche mit dem Wandbild über dem Altarraum wieder ansehnlich.
Quelle: Uwe Klemens
 
Förderkreis-Initiatorin Ines Kafert (re.) schaute den Restauratoren gerne und oft auf die Finger.
Quelle: Uwe Klemens

Prensdorf. Eineinhalb Jahre ist es her, dass die Einwohner des zur Gemeinde Dahmetal gehörenden Örtchens Prensdorf die Geschicke ihres Gotteshaus selbst in die Hand nahmen. Die Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Decken- und Balkenmalerei war eine der ersten selbstgestellten Aufgaben des im April 2016 gegründeten Freundeskreises.

„Dass es so schnell gehen würde, hätten wir nicht gedacht. Wir hatten mit zehn Jahren gerechnet, um an das benötigte Geld zu kommen“, berichtet Freundeskreis-Initiatorin Ines Kafert. Denn nach knapp siebenmonatigem Wirken von gleichzeitig bis zu zwölf Restauratoren wird an diesem Mittwoch die Rüstung abgebaut. Dann wird der Blick wieder frei auf die vor etwa 100 Jahren entstandene, Lorbeerblättern nachempfundene Ornamentikmalerei.

Dankbar sind Kafert und ihre Mitstreiter vor allem Pfarrerin Britta Rostalsky, die es geschafft hat, aus insgesamt acht Fördertöpfen das benötigte Geld zu organisieren. Auch die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Alte Kirchen erwies sich aus förderlich. Hinzu kommt das Engagement des Förderkreises, der insgesamt fünf Benefizveranstaltungen organisierte, bei denen mehr als 3000 Euro zusammen kamen.

Den Zuschlag für die Restaurierung bekamen die Wilhelmshorster Restauratoren Dagmar Damman und Thomas Felsch, die wegen des Umfangs der Arbeiten weitere Kollegen hinzuzogen. Dass das ursprüngliche Fertigstellungsziel Ende September trotz der Zwölf-Stunden-Arbeitstage und einiger Nachtschichten nicht gehalten werden konnte, lag an der Entdeckung weitere Schäden, die erst nach dem Aufbau des Gerüst sichtbar wurden.

Belegt ist, dass die Dachkonstruktion am Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Wann und auch von wem sie ihre Farbenpracht erhielt, weiß heute niemand mehr genau, da keine Aufzeichnungen erhalten sind. Auch vom Signum des Künstlers sind nur der Vorname Hanns und die Buchstaben „Wal...“ erhalten.

„Die Restaurierung war eine große Herausforderung“, schildert Dagmar Damman. Der Schädigungsgrad der bemalten Nadelholzbretter schwankte zwischen 50 und 90 Prozent. „Schuld war“, so Damman, „dass das Holz nach dem Bau geölt worden war. Je nach Stärke der Klimaschwankungen sorgte das Öl dafür, dass sich später die Farbe wieder ablöste und teilweise im Winkel von 90 Grad vom Holz abstand.“

Das gängige Verfahren, Hautleim hinter die Schollen zu spritzen und die Farbe sanft zurückzudrücken, versagte, so dass die Restauratoren eine Testreihe verschiedener Leimkombinationen ausprobieren mussten. Mit Netzmittel als Weichmacher und aufgelegtem Japanpapier wurde Scholle für Scholle an ihren Platz gerückt und die Fehlstellen ergänzt – teilweise mussten die Restauratoren dabei liegen.

„Die Besucher des Gottesdienstes am Heiligen Abend sind die ersten, die staunen werden“, sagt Ines Kafert. Doch auch die Vorhabenliste für das kommende Jahr hält etliche Glanzlichter bereit. Nach der offiziellen Einweihung am 15. April wird es ein Orgel-, ein Gospel- und ein Handglockenkonzert geben. Darüber hinaus ist der Ausbau als Hörspielkirche geplant, bei dem die Zuhörer zwischen Musik und Erzählungen wählen dürfen.

Von Uwe Klemens

Märkische Allgemeine vom 20. Dezember 2017

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