Potsdam-Mittelmark

Drohender Verfall der Kirche rüttelt Warchauer wach

Für die sanierungsbedürftige Dorfkirche in Warchau beginnen die Menschen in dem kleinen Ort aufzustehen. Pfarrer Holger Tschömitzsch hat vor dem drohenden Verfall des mittelalterlichen Bauwerks gewarnt, sollte sich nicht Geld für die Sanierung finden. Die Kirchengemeinde selbst könne das nicht leisten.

Die Kirche in Warchau ist ein Sorgenkind des Pfarrers Holger Zschömitzsch.
Quelle: Foto: Jast

Warchau. Die Warnung des evangelischen Pfarrers Holger Zschömitzsch über den beginnenden Verfall der Dorfkirche Warchau hat viele Menschen in dem kleinen Ort aufgerüttelt. Tatsächlich berichtet Viola Iris Rausch, nicht mehr allein zu sein mit ihrer Hoffnung, dass wieder Leben in das romanische Feldsteingebäude einzieht. „Es gibt erste Gespräche und Ideenansätze, wie wir die Kirche retten können“, sagte die Warchauerin. Auch die Idee eines Fördervereins sei geboren. Dazu aber wolle sie noch Gespräche mit Pfarrer Zschömitzsch führen. Nach der Berichterstattung der MAZ über den Zustand der Kirche, „kamen viele Leute dazu ins Gespräch. Vielen war nicht bewusst, wie es um die Kirche steht“.

Wie berichtet, ziehen sich teils fingerdicke Risse durch das Gewölbe hinter dem schönen geschnitzten Jesus-Altar. Sie machen die überfällige Sanierung auch für Laien deutlich. Offizielle Gottesdienste gibt es in der Feldsteinkirche aus dem 12. Jahrhundert schon lange nicht mehr. „Die Kirche verfällt“, sagte Pfarrer Holger Zschömitzsch in einem MAZ-Interview. „Es tut mir in der Seele weh, sie ist wunderschön, aber wird nicht mehr genutzt.“ Die Kirchengemeinde sei mit der Sanierung finanziell überfordert. Nach der Wende ist Geld in die Sanierung geflossen, doch davon ist nicht mehr viel zu sehen.

In Gollwitz bewirkte ein aktiver Kirchenförderverein ein Wunder

Im benachbarten Gollwitz hat ein sehr aktiver Förderkreis die dortige Kirche aus dem Dornröschenschlaf geweckt. So formulierte es Superintendentin Ute Mertens im September, als der restaurierte Kirchturm eine neue Bekrönung erhalten hat. Über Jahre hat der Förderverein um Geld geworben, etwa aus dem Leader-Fördertopf der Europäischen Union. Einhellige Meinung ist, dass ohne den Förderverein es auch um die Gollwitzer Kirche schlimm bestellt gewesen wäre.

Viola Iris Rausch hofft, dass die Kirche zu retten und vor allem wieder mit christlichem Leben erfüllt werden kann.

Von Marion von Imhoff

Märkische Allgemeine vom 09. März 2018

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