Sanierung

Neues Innenleben für die Kirche

Volkmar Ernst

Liebenwalde (MOZ) Liebenwalde. Kleinere Gottesdienste finden in Liebenwalde vorerst im Gemeindehaus statt, die großen zu Ostern und Pfingsten in der Kirche zu Hammer. Der Grund: Der Innenraum der Liebenwalder Kirche wird saniert.

Pfarrerin Michaela Jecht in der ausgeräumten Winterkirche. An der Decke ist die alte Holzkonstruktion zu erkennen, die später mit Stahlträgeren verstärkt wurde.
© Foto: MOZ/Volkmar Ernst
 
Schinkel lässt grüßen: Die Form und Gestaltung der Liebenwalder Kirche lässt erkennen, dass es sich um einen Schinkelbau handelt.
© Foto: Volkmar Ernst

Konkret handelt es sich im jetzt beginnenden ersten Bauabschnitt um die Sanierung der Winterkirche und des Kirchturms. In den zurückliegenden Wochen wurde der sonst im Winter genutzte Raum ausgeräumt und mit den ersten Abbrucharbeiten begonnen. Dazu gehörte unter anderem, dass die Zwischendecke entfernt wurde. Das ist nun der Fall, und schon gibt es einen ersten Baustopp.

Denn unter der Verkleidung kamen nicht nur die Originaldecke zum Vorschein, sondern auch Stahlträger. „Das hat alle überrascht“, so Pfarrerin Michaela Jecht. Vermutet werde, dass die Träger bei einer früheren Sanierung, vielleicht in den 1980er-Jahren, eingezogen worden seien. Das Problem allerdings sei, dass sich genau über der Winderkirche die Orgelempore befinde. „Deshalb müssen die Statiker noch einmal ran und die Tragfähigkeit der Empore neu berechnen.“

Erfüllt hat sich die Hoffnung der Pfarrerin, dass unter der Verkleidung die alten Holzbalken und Bretter zum Vorschein kommen. Sogar die Originalbemalung ist wieder zu erahnen, doch ebenso, dass es früher möglicherweise mehr Stützpfeiler für die Empore gegeben hat. Genau zu erkennen ist inzwischen auch, wo sich vor dem Einbau der Winterkirche der ehemals vorhandene zweite Aufgang zur Orgelempore befunden hat. Die Treppe wurde abgetragen und die Öffnung mit Holzbrettern gefüllt.

Der zweite Treppenaufgang verschwand hinter einer Holzverkleidung. Der dadurch entstandene Raum wurde als Abstellraum genutzt. Doch die Verkleidung wird verschwinden, um die Treppe als Raumschmuck wieder sichtbar zu machen. Auch die Holz-Glas-Konstruktion, die derzeit die Winterkirche vom Kirchenschiff separiert, wird zurückgebaut und durch eine Glasfaltwand ersetzt. Das bietet den Vorteil, dass Besucher zumindest in den wärmeren Jahreszeiten das Kirchenschiff in seiner Gesamtheit erleben können. Im Winter kann durch die Faltwand ein kleinerer Raum für Veranstaltungen abgetrennt werden.

Bereits löchrig zeigt sich auch der Fußboden der Winterkirche, denn an einigen Stellen wurde der Beton aufgebrochen, um den Untergrund zu untersuchen. „Wir hoffen, dass dort noch Originalsteine zu finden sind“, erklärt Michaela Jecht. Werden die Bauarbeiter fündig, sollen die Steine in den neuen Fußboden wieder eingearbeitet werden.

Parallel wird auch der Innenaufgang des Kirchturms von Staub befreit und die Wände mit Farbe getüncht. Die Arbeiten müssen unter Vollschutz ausgeführt werden, denn zu DDR-Zeiten wurden die Holzteile mit gefährlichen Substanzen behandelt, deren Staub sich über die Jahre auf den Balken und den Wänden abgesetzt hat. Nach der Reinigung kommt dann neue Farbe auf die Wände. Die auf dem Putz vorhandenen Auskratzungen mit Buchstaben und Jahresangaben sollen als Zeitzeugnisse erhalten bleiben. Die Treppenstufen werden, weil sie ausgetreten sind, aufgearbeitet.

Pfarrerin Jecht rechnet damit, dass die Arbeiten, sofern die Statik keine Probleme bereitet, bis September erledigt werden.

MOZ.de vom 25. März 2018

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