Groß-Ziethen

Die Sanierung der Dorfkirche beginnt bald

Die Rüstung steht schon. Demnächst beginnt in Groß-Ziethen die Sanierung der Kirche. Los geht es mit dem Dach. Die Kosten allein für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf 160.000 Euro.

Seit einigen Tagen steht die Rüstung an der Fassade der Kirche in Groß-Ziethen. Winfred Günther ist Bauverantwortlicher in der Kirchengemeinde.
Quelle: Robert Tiesler
 
Schutz für die Orgel.  Quelle: Robert Tiesler
 
Leer geräumter Altar.  Quelle: Robert Tiesler
 
Weggeräumt: Jesuskreuz und Opferstock.
Quelle: Robert Tiesler

Groß-Ziethen Seit Freitag steht die Rüstung. Nun ist also für alle sichtbar, dass die Sanierungsarbeiten für die Kirche in Groß-Ziethen unmittelbar bevor stehen. „Wir warten aber immer noch auf die Baugenehmigung“, sagte Winfred Günther, der in der Kremmener Kirchengemeinde für die Bauangelegenheiten zuständig ist, am Montag. Sobald die Genehmigung eintreffe, könne es losgehen, die Betriebe warten bereits auf das grüne Licht.

In dieser Woche soll die Kirche auch innen eingerüstet werden. Dort ist bis auf die Kirchenbänke schon fast ausgeräumt worden. Das Jesuskreuz und der Opferstock sind momentan noch in der Winterkirche, einem kleinen Nebenraum abgestellt. Die Orgel auf der Empore ist eingehaust, von einem Holzmantel umgeben. „Die Orgel ist erst vor einigen Jahren saniert worden.“ Nach den Bauarbeiten werde das Instrument dann noch mal überprüft.

„Im ersten Bauabschnitt wird die äußere Hülle mit Dach saniert“, sagt Winfred Günther. Auch die innere Verbretterung oben am Dach wird saniert. „Da ist der Hausschwamm drin und Nassfäule.“ Die Verblechung in den Kehlen des Daches sei auch nicht mehr in Ordnung. „Deshalb müssen wir innen auch einrüsten, damit wir da oben rankommen.“

Aber auch räumlich tut sich in der Groß-Ziethener Kirche einiges. Die Wände auf der rechten und linken Seite werden entfernt. Hinter der Wand auf der rechten Seite befindet sich in einem kleinen Nebenraum die Winterkirche. Sie soll künftig durch eine Glaswand abgetrennt sein. Auf der linken Seite soll die Wand ersatzlos wegfallen. „Die Pappwände sind in den 50ern errichtet worden, zu DDR-Zeiten.“ Damals sei der Denkmalschutz offenbar anders bewertet worden als heute. Damals sei es wohl darum gegangen, den dadurch kleineren Raum in den kühlen Monaten besser heizen zu können.

Hinter dem Winterkirchenraum befindet sich zudem ein momentan noch zugemauerter Eingang. Die Tür ist von außen zu sehen – sie hat aber bis jetzt keine Funktion. Dieser Eingang soll im Zuge der Arbeiten wieder hergestellt werden – damit dann auch als zweiter Fluchtweg dienen.

Wenn die Baugenehmigung da ist, dann wird das Dach abgedeckt, dafür ist ein ortsansässiger Dachdecker zuständig. Die Dachziegel kommen runter. Das Dach werde dann mit einer Plane abgedeckt. „Das heißt aber auch, dass bei einem längeren Regen nicht gearbeitet werden kann.“ Noch offen ist im Inneren der Kirche der Putz. „Den mussten wir in den unteren Bereichen wegen Nässeschäden abschlagen“, erzählt Winfred Günther. Wie damit umgegangen werden soll, ist noch offen.

160.000 Euro kosten die Arbeiten im ersten Bauabschnitt. Das Geld kommt vom Staatskirchenvertrag, von der Stiftung Kiba, von der Landeskirche, dem Kirchenkreis sowie aus eigenen Mitteln der Gemeinde. Der zweite Abschnitt wird etwa 100.000 Euro kosten.

Von Robert Tiesler

Märkische Allgemeine vom 12. Juli 2018

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