Landin

Über 400 000 Euro für die Kirchensanierung

Die Kirche in Landin wird saniert. Das ist auch dringend nötig. Gemäuer und Fachwerk sind in schlechtem Zustand. Davon überzeugte sich jetzt auch Landrat Roger Lewandowski.

Gert Dittrich (r.), Vorsitzender des Fördervereins zum Erhalt der Dorfkirche Landin, erläutert Landrat Roger Lewandowski das Konzept zur Sanierung der Kirche. In der Mitte: Andreas Tutzschke, Evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland.
Quelle: Norbert Stein
 
Die Landiner Dorfkirche.
Quelle: Norbert Stein
 
Gert Dittrich (l.), Vorsitzender des Fördervereins zum Erhalt der Dorfkirche Landin, erläutert Landrat Roger Lewandowski (Mitte) und Amtsdirektorin Ilka Lenke (r.) das Sanierungskonzept.
Quelle: Norbert Stein

Landin Schon der Blick zur desolaten Decke überzeugt Roger Lewandowski. „Oh ja, hier ist viel Arbeit notwendig“ , sagt der Landrat in der Dorfkirche Landin. Zuvor hatte ihm der Vorsitzende des Fördervereins zur Erhaltung der Dorfkirche, Gert Dittrich, um die Kirche geführt und dabei Risse im Gemäuer gezeigt und auf viele weitere Probleme aufmerksam gemacht.

Zuerst das Dach

Im Jahr 1993 wurde zwar das Dach der Kirche neu eingedeckt. Für weitere dringende Arbeiten fehlt der Kirchengemeinde jedoch das Geld. So blieb die Kirche eine Rohbaustelle. Das Fundament und das Fachwerkgebälk haben Schäden. Insbesondere die Nordfassade mit Vorhalle, welche das gesamte Bauwerk stabilisiert, konnte nicht mehr saniert werden.

Im Inneren der Kirche sind insbesondere die Empore, die Patronatsloge und das Gestühl stark überholungsbedürftig. Den Altar aus dem 18. Jahrhundert ließen die Evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland als Eigentümerin des Gotteshauses und der Förderverein 2016 restaurieren. Er ist vor dem Zerfall gerettet. Die Kirche selbst ist aber weiter für jegliche Veranstaltungen gesperrt und das nun schon über 20 Jahre.

2015 gründete Gert Dittrich mit weiteren Mitstreitern den heute 33 Mitglieder zählenden Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Ladin. Seither engagieren sich Kirchengemeinde und Förderverein gemeinsam für die Dorfkirche, die Anfang des 18. Jahrhunderts als Ziegelfachwerkbau errichtet wurde.

Für die dringend notwendige Sanierung der Kirche ist ein Konzept erarbeitet worden. Das Vorhaben können Förderverein und Kirchengemeinde nun verwirklichen. Rund 440 000 Euro müssen dafür investiert werden. Zur Finanzierung bekommen Förderverein und Kirchengemeinde über 3000 000 Euro vom Land aus dem europäischen Leader-Fonds.

Spenden werden gesammelt

Rund 110 000 Euro müssen Kirche und Förderverein als Eigenmittel beisteuern. Dafür sammelt der Förderverein seit seiner Gründung Spenden. Das Sanierungsvorhaben wird in den kommenden Monaten weiter vorbereitet und die Bauleistungen werden zur Vergabe ausgeschrieben.

Im Jahr 2019 sollen die Handwerker nach Landin kommen und ihre Arbeit an der Kirche verrichten. Ziel sei die Sanierung Ende September nächsten Jahres abzuschließen, sagte der Vorsitzende der Evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland, Andreas Tutzschke, beim Landratsbesuch in dem kleinen Dorf im Amt Nennhausen mit lediglich 77 Einwohnern.

„In Landin leben und arbeiten aber recht viele Künstler“, stellte Gert Dittrich an den Anfang seiner Erläuterungen, wie der Förderverein zukünftig für Leben in der Dorfkirche sorgen möchte. Ziel der Sanierung sei, das Haus natürlich wieder für kirchliche Veranstaltungen zu nutzen, sagte er zunächst. Doch dabei soll es nicht bleiben. „Es soll eine Kunst- und Kulturkirche sowie eine multifunktionale Aktions- und Begegnungsstätte für das ganze Dorf und die Region werden“, erläuterte der Fördervereinsvorsitzende dem Landrat im Beisein der Nennhausener Amtsdirektorin Ilka Lenke die Idee.

Raum für jedermann

Das Nutzungskonzept sieht vor, die Kirche zum Mittelpunkt des Dorflebens zu machen. Sie soll Künstlern Raum bieten für Ausstellungen und eine Stätte für Konzerte und weitere kulturelle Veranstaltungen werden. Derzeit organisiert der Förderverein solche Veranstaltungen noch in Privaträumen.

In die sanierte Kirche sollen aber auch Touristen einkehren, die zum Beispiel auf den Havellandradweg die Natur erkunden und dabei auch nach Landin kommen. Deshalb sieht das Sanierungskonzept für eine vielseitige Nutzung der Kirche als ein offenes Haus auch den Einbau von Toiletten und einer Teeküche vor.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 22. Juli 2018

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