Potsdam

Spendenrekord bei Aktion für kirchliche Kunstwerke

Potsdam. Bei der Kampagne „Vergessene Kunstwerke“ für historische Kunst in Brandenburgs Kirchen ist ein Spendenrekord aufgestellt worden. Für die rund 300 Jahre alten, als rätselhafte Sinnbilder gestalteten Kunstwerke der Dorfkirche Kunow in der Uckermark seien seit Start der Aktion im Dezember rund 22.500 Euro zusammengekommen, teilte das Kulturministerium am Montag in Potsdam mit. Dies sei so viel wie noch nie bei einer solchen Spendenaktion. Die rund 60 Kunstwerke aus dem Jahr 1729 zeigen neben Sinnsprüchen und Bibelzitaten Symbolbilder mit unterschiedlichen Motiven. Im Mittelpunkt des Bilderzyklus steht das Herz als wiederkehrendes Leitmotiv.

Aktuelle Kampagne ist bereits die neunte gemeinsame Aktion

Kulturministerin Martina Münch (SPD) und Bernd Janowski vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg zogen eine positive Zwischenbilanz der Spenden­aktion und riefen zu weiteren Spenden auf. Die eindringlichen barocken Darstellungen mit ihrer ungewöhnlichen Herzsymbolik stünden für menschliche Schicksale und berührten auch heute noch zahlreiche Menschen, betonte Münch. „Das bisherige Spendenergebnis übersteigt alle Erwartungen“, erklärte Bernd Janowski, der Geschäftsführer des Förderkreises. Für einige der Bilder seien auch Patenschaften vermittelt worden. Die Restaurierungsarbeiten an den ersten Bildfeldern und am Gestühl der Kirche, an dem die Kunstwerke angebracht sind, hätten inzwischen begonnen.

Das Land unterstützt die Sanierung der Kirchen den Angaben zufolge jährlich mit rund 1,5 Millionen Euro und stellt eine Million Euro im Rahmen der Denkmal­hilfe bereit, um bedrohte Denkmale, darunter auch Kunstgüter in Kirchen, zu sichern. Die Spendenaktion „Vergessene Kunstwerke“ wird vom Kulturministerium, vom Landesamt für Denkmalpflege, von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und vom Förderkreis Alte Kirchen getragen. Die aktuelle Kampagne ist bereits die neunte gemeinsame Aktion.

( epd )

Berliner Morgenpost vom 24. Juli 2018

   Zur Artikelübersicht