Felixsee

Dorfkirche voller Überraschungen

Bloischdorf. Die Sanierung des Bloischdorfer Gotteshauses soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Auch für den zweiten Bauabschnitt der Dorfkirche Bloischdorf bekommt die Pfarrei Spremberg Fördermittel. Staatssekretärin Ulrike Gutheil (vorne links) überreicht den Zuwendungsbescheid und fühlte sich so wohl in Bloischdorf, dass sie sich im September die Museumsscheune anschauen will.
FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit

Der Sommerwind zerrt an der Plane. Sie schützt das Innere der Bloischdorfer Dorfkirche vor Regen. Der rote Teppich liegt zusammengerollt auf Brettern, das Altarbild mit Joseph mit dem kleinen Jesus ist in Sicherheit gebracht. Innen wie außen ist die Dorfkirche eingerüstet. Der Sommerblumenstrauß auf dem abgedeckten Altartisch ist trotzdem kein Irrtum. Nach der Sanierung des Kirchturms, der vor zwei Jahren wie ein alter Riese am Feldsteinbau lehnte, ist nun auch die Sanierung des Daches gesichert. Ulrike Gutheil, Staatssekretärin im brandeburgischen Ministrium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, brachte am Donnerstag den Zuwendungsbescheid über 47 000 Euro mit in den Ortsteil der Gemeinde Felixsee.

Vor sechs Jahren hatte Nikolaus Tscherwik, katholischer Pfarrer im Ruhestand, darauf hingewiesen, dass das Dach unbedingt neu eingedeckt und der Dachstuhl saniert werden müsste. „Schnellschüsse“, wie sie in den 60er- und 80er-Jahren möglich waren, so Architektin Marie-Luise Obst, sind heute nicht mehr denkbar. Die Kirche St. Joseph gilt als einzige mittelalterliche katholische Dorfkirche in der Niederlausitz und im Land Brandenburg. Ihr einfach ein neues Dach aufzusetzen, hätte einen Bruchteil der Aufwendungen gekostet, sagt sie. Doch die Kirche steht unter Denkmalschutz. Nach einer langwierigen Antrag­stellung mit Widerspruchsverfahren konnte 2017 die Sanierung des Kirchturms beginnen. Ministerin Martina Münch (SPD) hatte dafür Im Mai 2017 aus dem Denkmalfördertopf des Landes 35 000 Euro vorbeigebracht. Doch die für Turm und Kirche anvisierten 100 000 Euro waren schon in der Mitte der Turmsanierung aufgebraucht. Er hatte angehoben werden müssen, um die weggefaulten Holzbalken am Fuß durch neue Stämme ersetzen zu können, schildert Kirchenvorstand Rudolf Schulze. „Auch die Holzschutzmittelbelastung trieb die Kosten in die Höhe, sodass die Mittel nur für den Turm reichten und wir für die Sanierung der Kirche neue Fördermittel beantragen mussten“, erklärt Marie-Luise Obst.

Für den zweiten Bauabschnitt werden 102 000 Euro veranschlagt. Ein Drittel übernimmt mit 35 000 Euro das Bistum Görlitz. 47 000 Euro steuert das brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur aus dem Programm Denkmalhilfe 2018 bei. 10 000 Euro kommen von der Denkmalpflege Sprree-Neiße. 10 000 Euro wird die Gemeinde St. Benno aufbringen. Dass das nicht einfach ist, erklärt Pfarrer Daniel Laske. „Wir sammeln und sparen ja schon, weil wir unsere Hauptkirche in Spremberg generalsanieren müssen.“

Ulrike Gutheil ließ sich im Kirchenraum die Probleme mit der Braunfäule und dem Schwamm erklären. Wie die Balken nach und nach ausgebessert werden, sah sie sich an. Und dass dabei neue Erkenntnisse zur Kirche zusammenkommen, freute sie sichtlich. Die Sanierung der Kirche soll nun zügig fortschreiten. Die Fördermittel müssen in diesem Jahr aufgebraucht werden. Danach ist der Innenraum samt Altar herzurichten. „Auch da ist überall der Wurm drin“, sagt Pfarrer Laske. Er rechnet in der Adventszeit mit der Einweihungsfeier.

LR ONLINE vom 26. Juli 2018

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