Baustart

Sanierung der alten Kreuzkirche beginnt

Thomas Berger

Groß-Ziethen (MOZ) Das Gerüst steht, erste Ziegel wurden vom Dach entfernt, die Orgel ist zum Schutz mit Holz ummantelt: Die Arbeiten an der Groß-Ziethener Kirche können beginnen. Am Mittwoch kam die Baugenehmigung für das im ersten Abschnitt 160 000 Euro teure Projekt.

Besprechung vor Baustart: Bauleiter Tomasz Byczek (Mitte), Architektin Theresa Kien und Winfred Günther von der Kirchgemeinde vor der schon eingerüsteten Kirche.
© Foto: Marco Winkler
 
Eingerückt: Das Gerüst der etwas versteckt liegenden Kirche steht.
© Foto: Marco Winkler
 
Zugemauert: Die Tür, die in die Winterkirche führt, wird zugänglich gemacht. Bisher ist sie von Innen vermauert.
© Foto: Marco Winkler
 
Öffnung: Links und rechts am Gang werden die Wände unter den Emporen entfernt. Rechterhand liegt die Winterkirche; sie bekommt eine verschiebbare Glaswand.
© Foto: Marco Winkler

„Mit dem Dach haben wir echte Probleme“, sagt Winfred Günther aus der kirchlichen Baukommission des Pfarrsprengels. Laut Bauleiter Tomasz Byczek vom zuständigen Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung (IBS) sei vor allem Nassfäule für marode Balken unter den Kehlen (den Stellen, an denen Dachschrägen zusammenlaufen) verantwortlich. Winfred Günther vermutet zusätzlich den gefährlicheren Hausschwamm als Ursache. „Der Pilz richtet erhebliche Schäden an, weil er als einziger auch ins Mauerwerk dringen kann.“

In einem ersten Bauschritt werden die Balken zukunftssicher gemacht, Ziegel ausgetauscht, partiell Fugen erneuert, Holzfenster und Türen saniert. Um Brandschutzvorschriften erfüllen zu können, wird von der Winterkirche aus eine vermauerte Tür, die ins Freie führt, wieder geöffnet.

Im Inneren wird es zu erheblichen Veränderungen kommen. „Wir vereinbaren eine moderne Gestaltung in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz“, so IBS-Architektin Theresa Kien. Ursprünglich hatte die Kirche zwei offene Seitenarme, die zugemauert wurden, um linkerhand eine Friedhofskapelle und rechts eine Winterkirche zu ermöglichen. Beide Wände sollen aufgebrochen werden. „Wir wollen, dass der Charakter einer Kreuzkirche wieder zum Vorschein kommt“, so Kien über den architektonischen Grundriss des Gotteshauses. Die Moderne hält mit einer Glaswand Einzug: „Es wird Falt-Schiebe-Elemente geben, um die Winterkirche zu schließen, wenn es kalt ist.“ Die Emporen bleiben bestehen.

Seit Anfang Juli ist die Kirche für Gottesdienste und Veranstaltungen geschlossen. Hochzeitsgesellschaften müssen in der Bauphase auf andere Kirchen im Umkreis ausweichen. Im November, spätestens Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Staatskirchenvertrag, Landeskirche, Kirchenkreis, Stiftung Kiba und Gemeinde finanzieren das Projekt, das sogar schon einen Nachfolger hat: In einem zweiten Bauabschnitt geht es darum, den Turm samt Mauerwerk und Dachstuhl gründlich zu sanieren.

MOZ.de vom 03. August 2018

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