SANIERUNG DES WOLLENBERGER GOTTESHAUSES VORERST ABGESCHLOSSEN

Instandgesetzt

Alte Feldsteinkirche erstrahlt in neuem Glanz

Steffen Göttmann

Bauabnahme: Vertreter der Kirchengemeinde und des Fördervereins Feldsteinkirche zu Wollenberg freuen sich über das Ergebnis.
© Foto: Steffen Göttmann

Nach mehr als zwei Jahren sind die Arbeiten an der Wollenberger Feldsteinkirche vorerst abgeschlossen worden. Mit der Fassade ist der dritte und letzte Bauabschnitt vollendet worden. 345 000 Euro hat die Kirchengemeinde mit Unterstützung des Fördervereins ins Gotteshaus investiert.

„Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte Wera Groß vom Fachreferat für praktische Denkmalpflege des Landesamtes für Denkmalpflege, die bei der Bauabnahme zugegen war. Sie sei sehr zufrieden, erklärte sie bei der abschließenden Besichtigung. An dieser nahmen zudem Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde und des Fördervereins sowie Bauleiter Wolfram Schwelgin vom beauftragten Planungsbüro in Hoppegarten sowie Jürgen Friedrich, Bauunternehmer aus Frankfurt (Oder) teil, dessen Firma sich auf Baudenkmalpflege spezialisiert hat.

Beim letzten Bauabschnitt wurden die von Flechten überzogenen Feldsteine mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Maurer entfernten lockeres Fugenmaterial und verfugten die Spalten. Auf der Nord-Fassade der rund 700 Jahre alten Kirche befindet sich mehr Putz als auf der Südseite. Dort wurden fehlende Putzstellen und Ritzungen ersetzt. Die Ritzungen erwecken den Eindruck, als seien Ziegelsteine verwendet worden. Doch es handelt sich nur um Muster auf dem Putz, der die Feldsteine, damals etwas für arme Leute, bedeckt. Zudem sanierten die Restaurationsmauerer die Fensterfaschen der Kirche. Sie wurden in der gleichen Farbe wie der Giebel der Westseite verputzt.

Die Denkmalschutzbehörde forderte eine sensible Restaurierung. „Mir ist es am liebsten, wenn man die vorhandene Fassung saniert“, sagte Wera Groß. Es sollte so viel wie möglich von dem alten Material erhalten bleiben. Zudem wurde das Profil rund um die Kirche verändert. Die Bauleute kratzen 15 Zentimeter Grasschicht ab, erläuterte Wolfram Schwelgin. Ziel war es, dass das Regenwasser von dem Gebäude wegfließt. Weil die Entfernung der Grasnarbe ausreichte, konnten sich die Bauherren die Archäologen sparen, berichtete der Bauleiter. Denn um die Kirche herum ist der Friedhof. Bei einer tieferen Grabung hätten Fachleute hinzu gezogen werden müssen. 48 000 Euro investierte die Kirchengemeinde in den dritten Bauabschnitt. Die ersten beiden Bauabschnitte waren aufwändiger. Zuerst wurde der Turm saniert, danach der Dachstuhl. Mit diesen Schritten wurde die in ihrer Standsicherheit gefährdete Kirche gerettet. Der Dachstuhl drückte das Mauerwerk nach außen, weshalb tiefe Risse zu sehen waren. Diese sind nun alle verschlossen. Besonderheit sei der verschieferte Turm, sagte Schwelgin. Schiefer sei in dieser Region eher selten. Aber Funde belegten, dass der Turm auch früher mir Schindeln aus Schiefer gedeckt war. Eine weitere Besonderheit sei der Kaiserstiel, ein relativ dickes Kantholz, das aus dem Turm ragt und den Turmknopf trägt. Es ist mit Kupfer überzogen und damit vor Wind und Wetter geschützt.

„Als wir den Förderverein im Mai 2013 gründeten, haben wir einen Stein ins Rollen gebracht“, sagte Hildegard Lenz, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Feldsteinkirche Wollenberg, bei einer kleinen Feier nach der Bauabnahme. Durch viele kulturelle Veranstaltungen sei es gelungen, Geld zu sammeln und die Sanierung der Kirche zu unterstützen. Sie dankte den Familien Christian und Heike von Eckardstein sowie Wilhelm und Marita Manzel, Siegfried Zschärlich für seine Tätigkeit als Bauleiter des Vereins. Mit Renate Zschärlich organisierte Hildegard Lenz in der Vergangenheit viele Veranstaltungen.

MOZ.de vom 09. September 2018

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