Guss

Drei Glocken erklingen in Hohennauen

Manuela Bohm

Hohennauen (MOZ) Mit froher Botschaft schaffte es Monika Pickenhahn, Vorsitzende des Förderkreises der Kirche Hohennauen e.V., ein Lächeln in die Gesichter der Gemeindevertreter zu zaubern. Sie informierte über den Stand der Sanierungsarbeiten und zur Arbeit an der dritten Glocke. Diese sogenannte Kinderglocke soll noch in diesem Monat gegossen werden und ab November erklingen.

Kinder gestaltete eine dritte Glocke für ihre Kirche in Hohennauen.
© Foto: Monika Pickenhahn

„Seit 101 Jahren werden am 3. November erstmals in Hohennauen wieder drei Glocken vom Kirchenturm läuten. Das hat kein noch lebender Hohennauner erlebt“, sagt Pickenhahn. Die Weihe der Glocke wird an dem ersten Novembersamstag in Kombination mit der 10. Hubertusmesse stattfinden. Um 11.00 Uhr beginnt die Weihe, zu der auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und Martin Gorholt, Chef der Staatskanzlei ihr Kommen zusagten.

Ein Modell der Glocke gibt es bereits. Dieses gilt als exaktes Vorbild für die zu gießende Kinderglocke. Jungen und Mädchen der Kleinen Grundschule in Hohennauen und der Christenlehre haben sie mit verschiedenen Bildern gestaltet. So finden sich Blumen, die Sonne, Bäume, die Kirche von Hohennauen, Schmetterlinge, der See, ein Hausboot, Kinder und vieles mehr darauf. Die Kinderglocke wird am 28. September in der Gießerei Bachert in Neukirchen bei Heidelberg gegossen. „Interessierte, die sich die Arbeit anschauen möchten, können sich bei mir melden“, sagt Pickenhahn. Wer nicht mitfährt, kann die Glocke dennoch bewundern, bevor sie in den Glockenturm gehängt wird. Im Oktober wird die Kinderglocke in Hohennauen erwartet. Der Förderverein richtet dazu einen festlichen Empfang aus, zu dem jeder Interessierte eingeladen ist. Die fertige Glocke wird dabei den Gästen präsentiert.

„Mit der Kinderglocke wollen wir wieder an eine alte Tradition anknüpfen. In vielen Kirchen gibt es drei Glocken, eine Männerglocke, eine Frauen- und eine Kinderglocke“, erklärt die Vereinsvorsitzende. In Hohennauen läuten noch heute die Männerglocke aus dem Jahr 1608 und die Frauenglocke von 1610. Die alte Kinderglocke wurde im ersten Weltkrieg 1917 eingeschmolzen. „Starb ein Mann, läutete die Männerglocke. Läutete die Kinderglocke, war ein Kind geboren, getauft oder gestorben“. Das die künftige Kinderglocke von den Jüngsten im Dorf gestaltet werden konnte, sei nur das I-Tüpfelchen, so Pickenhahn, die sich so auch für das entgegengebrachte Engagement vieler bedankt. „Ohne diese Unterstützung könnte der Förderverein keine Vorhaben umsetzen. Ein großes Vorhaben steht noch an. In einem zweiten Bauabschnitt soll die Sanierung des Gotteshauses mit Ende dieses Jahres weitergehen.

MOZ.de vom 09. September 2018

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