Hohennauen

Kirchenorgel wird restauriert

Zwei Jahre nach Beginn der Sanierung der Kirche Hohennauen hatte der Förderverein die Einwohner eingeladen, um über den aktuellen Stand der Bauarbeiten und weiterer Vorhaben zu informieren.

Die Kirche Hohennauen während der Umbauphase.
Quelle: Norbert Stein
 
Start zur Spendensammlung zur Finanzierung einer neuen Turmzierde Kirche Hohennauen. VL: Monika Pickenhahn, Gerhard Stackebrandt, Ernst-Dietrich Wille, Dorothea Klimmt
Quelle: Norbert Stein
 
Monika Pickenhahn, Vorsitzende des Fördervereins Kirche Hohennauen, zeigt eine Orgelpfeife. 250 bis 300 solcher Pfeifen möchte der Förderverein an Spender abgeben zur Finanzierung des Eigenanteils zur Sanierung der Hohennauener Kirchenorgel.
Quelle: Norbert Stein
 
Hohennauen bekommt an der Kirche wieder ein Dreiergeläut. Im November 2018 ist Glockenweihe. Monika Pickenhahn, Vorsitzende des Fördervereins Kirche Hohennauen, mit dem Glockenmodell.
Quelle: Norbert Stein

Hohennauen „Jetzt geht es los“, verbreitete der Förderverein Kirche Hohennauen mit einem Plakat im Spätsommer 2016 frohe Kunde im Dorf. Nunmehr, zwei Jahre nach Beginn der Sanierung der Kirche hatte der Förderverein die Einwohner eingeladen um über den aktuellen Stand der Bauarbeiten und weiterer Vorhaben zu informieren, untersetzt mit Fotos von Gerhard Stackebrandt.

Mehrere Abteilungen

Saniert wird das Gotteshaus in zwei Bauabschnitten. Für jeden Bauabschnitt stehen mit Hilfe von Fördermitteln jeweils rund 500 000 Euro zu Verfügung. Begonnen wurde mit der Sanierung des Kirchturmes. Die Arbeiten sind abgeschlossen. Mit Hilfe zusätzlicher Spenden wurde auch eine eine neue Bekrönung aufgesetzt.

Gearbeitet wird nun schon seit Monaten am Kirchenschiff. Nachdem altes Gebälk ausgetauscht und weitere Arbeiten erledigt waren, wurde mit der Neueindeckung des Daches begonnen. Das ist aber noch nicht abgeschlossen. Es gab einen zeitweiligen Baustopp. Ein Gutachter hatte Mängel festgestellt und beanstandete die denkmalgerechte Eindeckung im Bereich der Traufen. Die Mängel werden derzeit beseitigt.

Die Bauabnahme ist für den 4. Oktober vorgesehen. „Dann werden wir Klarheit bekommen, ob alles fachgerecht erledigt ist oder weitere Nacharbeiten notwendig werden“, sagte Klaus Eichler. Der ehemalige Abteilungsleiter im Bauministerium des Landes hat am Hohennauener See ein Wochenendhaus und unterstützt den Förderverein.

Ziel sei, so die Vorsitzende des Fördervereins, Monika Pickenhahn, den ersten Bauabschnitt im Oktober abzuschließen und noch in diesem Jahr mit dem zweiten Bauabschnitt zu beginnen. Als erstes soll das Mauerwerk trocken gelegt werden.

Wie sah die Decke aus?

Anschließend wird der Sockel ausgebessert und die Kirche bekommt einen neuen Farbanstrich bekommen. Diese und weitere Arbeiten, wie die Putzarbeiten im Inneren der Kirche, werden im nächsten Jahr realisiert. Dann soll auch die Decke der Kirche wieder im original Farbton gestrichen werden. Der Förderverein sucht dafür noch alte Fotos, auf denen zu sehen ist, wie die Kirche einmal im Inneren ausgesehen hat und bittet Einwohner und ehemalige Hohennauener dabei um Unterstützung.

Unterstützung benötigt der Förderverein auch bei einem weiteren Vorhaben, das in beiden Sanierungsabschnitten nicht berücksichtigt werden konnte. Die Kirchenorgel aus dem Jahr 1738 soll restauriert werden. 1917 wurden aus der Orgel die großen Pfeifen aus Zinn ausgebaut und eingeschmolzen. Um 1930 baute die Orgelbaufirma Schuke ein neues Instrument ein. Sie wird nun auch die Orgel sanieren und restaurieren.

Die Orgel hat 530 Pfeifen, davon sind 250 bis 300 aus Zink. Sie werden nun wieder durch Zinnpfeifen ersetzt. Die Sanierung der Orgel wird rund 75 000 Euro kosten, finanziert mit Hilfe des Bundes und des Denkmalschutzes. Der Förderverein muss 10 000 Euro beisteuern. Aufbringen möchte er seinen Eigenanteil mit Unterstützung von Spendern, die für diesen Zweck eine Zinkpfeife der Orgel erwerben können.

Je nach Größe kostet die Zinkpfeife zwischen 50 und 250 Euro. Wer möchte, kann auch gerne mehr Geld geben. Man kann auch spenden ohne eine Zinkpfeise zu kaufen und sich dafür auf einer Messingtafel verewigen lassen.

Das Dreiergeläut

Eine Spendensammlung im Dorf soll es auch geben. Nutzen möchte man dafür auch den 14. Oktober, wenn auf dem Dorfplatz vor der Kirche ab 14 Uhr die neue kleine Glocke für das Hohennauener Gotteshaus besichtigt werden kann. Die 180 Kilogramm schwere Glocke wird Ende September von der Glockenfirma Bachert in Neuenkirchen (Baden) gegossen und zum 14. Oktober nach Hohennauen gebracht.

Danach wird sie in den Glockenstuhl eingebaut und am 3. November vor der Hubertusmesse geweiht. Die Hohennauener Kirche hat dann wieder ein Dreiergeläut, so wie es bis vor 101 Jahren war. Die ursprüngliche kleine Glocke war ebenfalls 1917 eingeschmolzen worden. Die Finanzierung der neuen kleinen Glocke ist bereits gesichert.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 23. September 2018

   Zur Artikelübersicht