Rühstädt

Schätze im Pfarrsprengel Rühstädt

Die Arbeitsgemeinschaft „Offene Kirchen“ des Kirchenkreises war unterwegs entlang des Elberadwegs und hatte bei der Kirchbaufahrt Gäste vom Tourismusverband und vom Förderkreis alte Kirchen.

Die Teilnehmer der Kirchbaufahrt besichtigten die wunderschöne Jugendstilkirche in Bälow.
Quelle: Susanne Gloger
 
Die Wagnerorgel in Rühstädt.
Quelle: Susanne Gloger
 
Kara Huber und Bärbel Mann vor der Bälower Kirche.
Quelle: Mike Laskewitz

Rühstädt Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg (FAK) war bei einer öffentlichen Besichtigungstour der neugegründeten Arbeitsgemeinschaft „Offene Kirchen“ des Kirchenkreises Prignitz am vergangenen Samstag vertreten. Die Superintendentin Eva-Maria Menard, Pfarrerin Melanie Deckstrom und Pfarrer Norbert Merten baten auch Kara Huber, Autorin mehrerer Bücher über Dorfkirchen und ihre Hüter und Mike Laskewitz, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz, dazu.

Fünf Kirchen wurden besucht: Legde, Quitzöbel, Abbendorf, Bälow und Rühstädt. An den immer mehr touristisch frequentierten Radwegen der Prignitz gelegen, lädt jede von ihnen auch Besucher ein, ihre Schätze und den besonderen Charme ihrer Ausstattung zu besichtigen. „Die Kirche ist der Mittelpunkt des Dorfs, und so wird sie auch wahrgenommen,“ eröffnet Eva-Maria Menard das Gespräch mit den Kirchenhütern.

Offene Kirche – nicht leicht zu gewährleisten

Dass eine offene Kirche große Anziehungskraft hat, ist auch die Devise des FAK, der seit Jahrzehnten ein bewährter Ansprechpartner für Gemeinden und Kirchbauvereine in Brandenburg ist. Um effektiv im Land wirken zu können, ist eine Regionalbetreuung eingerichtet, die beratend und unterstützend tätig ist. Der FAK weiß, welche Mühen und Probleme entstehen, um eine verlässliche Öffnung der Kirchen zu bewerkstelligen.

Davon berichten auch die Kirchenhüter im Pfarrsprengel Rühstädt. Oft liegt der Schlüssel nur an einem Ort, wie geht man mit persönlichen Daten um, können feste Öffnungszeiten angeboten werden oder soll die Kirche nicht unbeaufsichtigt sein? Die Beschilderung der Radwege weist nicht auf die Kirche hin, wenn auch keine Gaststätte im Dorf Versorgung anbietet, ist man schnell weitergeradelt. Das Schild „Offene Kirche“ des FAK ist ein erprobter Hingucker, die Regionalbetreuerin freute sich, es jeder Kirche übergeben zu können.

Der Kirchenkreis hat ebenfalls dezent elegante Glasschilder für seine Kirchen entwickelt, auf denen über Geschichte und Ausstattung informiert wird. Das erste dieser Schilder erhielt Quitzöbel und ist nun bestens gerüstet. Wie wichtig die Vernetzung aller Akteure ist, betonte sowohl Kara Huber, die auch den Dorfkirchensommer und die Brandenburgischen Sommerkonzerte vertrat, als auch Mike Laskewitz.

Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes sieht ein großes touristisches Potenzial in den kulturhistorisch interessanten Kirchen auf das unbedingt hingewiesen werden muss. Wie das alles praktisch umgesetzt werden kann, dafür gab es im Pfarrhaus Rühstädt die Gelegenheit, in gemütlicher Runde über Wege und Möglichkeiten zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.

Virtuoses Orgelspiel zum Abschluss

An der letzten Station in Rühstädt traf die Exkursionsrunde auf die Joachim-Wagner-Gesellschaft, die dort zu einem Konzert auf dem Instrument des großen preußischen Orgelbauers eingeladen hatte. Das virtuose Spiel des Organisten Dietrich Kollmannsperger aus Tangermünde war der würdige Abschluss einer interessanten Rundreise und gab Gelegenheit, das Gesehene Revue passieren zu lassen.

Von Susanne Gloger

Märkische Allgemeine vom 25. September 2018

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