Falkenhagen

Offene Baustelle in Falkenhagen

Aktuell wird das Kirchenschiff und der mittelalterliche Dachstuhl der Falkenhagener Kirche erneuert. Am Samstag konnten sich Besucher ein Bild davon machen. Bauforscher aus Berlin waren zu Gast.

Pfarrer Holger Frehoff (M.) führt die beiden Bauforscher aus Berlin Livia Cárdenas (l.) und Dirk Schumann (r.) über die Baustelle.
Quelle: Marcus J. Pfeiffer
 
Hölzer aus der Kirche.
Quelle: Marcus J. Pfeiffer
 
Weiterhin gut eingerüstet finden Bauarbeiten an der Falkenhagener Kirche statt.
Quelle: Marcus J. Pfeiffer
 
Der komplette Dachstuhl soll erneuert werden.
Quelle: Marcus J. Pfeiffer
 
Ein Blick aus dem Turmfenster.
Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Falkenhagen Fast 500 Jahre steht die Kirche schon im Dorf. Vieles an und in ihr ist noch original aus dem Mittelalter. Lange Zeit brauchte es keine Sanierungen. Nun wird Zug um Zug das historische und heilige Gebäude von Falkenhagen auf Vordermann gebracht, in dem so einiges zu Tage kommt.

Bauforscherteam berichtet über Arbeiten

Nach der Turmsanierung vor zwei Jahren ist der nächste Bauabschnitt an dem Bauwerk aus dem Jahr 1523 dran. Seit einigen Wochen wird das Kirchenschiff inklusive Dachschultern und Dachstuhl umfassend saniert. Einen Einblick in die Arbeiten bot der „Tag der offenen Baustelle“ am Samstag.

Zu Gast war ein Bauforscherteam aus Berlin – Livia Cárdenas und Dirk Schumann. „Wir begleiten und dokumentieren die Baumaßnahmen“, so Schumann. Beide wirkten bereits zuvor an einem Buchband mit, in dem ausführlich über die Falkenhagener Dorfkirche mit ihren Besonderheiten berichtet wird.

Ganz genaue Dokumentation

Ein besonderes Augenmerk haben die beiden Bauforscher und Kulturhistoriker nun auf die Fassade gelegt. „Wir schauen uns den Zustand an und prüfen den Bestand von mittelalterlichem Putz.“ Diese Begutachtung sei durch Auflagen streng geregelt. Veränderungen und Eingriffe müssen sie ganz genau dokumentieren.

„Das Dachwerk ist noch das Original aus dem Mittelalter“, ist sich Dirk Schumann sicher. Das ergaben Untersuchungen auf das Alter des Holzes. Der Verdacht: Das Dachwerk könnte von einer ganz speziellen und bedeutsamen Zimmermannsgruppe aus der damaligen Zeit erbaut worden sein.

Fragen bleiben offen

Damit gehört die Falkenhagener Dorfkirche zu den Wallfahrtskirchen – sie liegt direkt auf einer bedeutsamen Verkehrsachse. Anhand der Ziegel konnten die Bauforscher nahezu identische Bauprojekte ausfindig machen. „Wir fanden Formsteine. Das könnte im Zusammenhang mit dem Bischof stehen, der die Kirche in Alt Krüssow baute“, so Schumann.

Malereien oder Inschriften fanden die Historiker bisher nicht. Sie erkennen aber, dass es ein sehr teurer Bau gewesen sein muss. Woher das viele Geld kam, bleibt bislang ungeklärt. „Wir sind noch nicht am Ende. Wir sind erst am Anfang auf unserer Suche“, betont der Bauforscher. Dabei freue er sich immer sehr auf interessante Sachen zu stoßen und das sei in Falkenhagen durchaus weiterhin möglich.

Dachstuhl wird saniert

Die komplette Dacherneuerung der Kirche steht noch aus. Das passiert in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde. Durchgefaulte Balken sind noch zu ersetzen, sechs Balkenköpfe auszutauschen und neue Dachziegel daraufzusetzen.

Die Ziegel sind dann 20 Millimeter stark anstatt bisher nur zwölf. Die Gefahren einer Abdeckung durch Sturm und Wind werden so minimiert. Außerdem sind jetzt Steine mit sogenanntem „gotischen Schnitt“ ausgewählt worden. Das komme der ursprünglichen Optik näher.

Von Marcus J. Pfeiffer

Märkische Allgemeine vom 27. September 2018

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