Neuruppin

Schinkel-Förderpreis geht nach Krangen

Die Neuruppiner Schinkel-Gesellschaft würdigt den Förderverein zur Erhaltung der Krangener Dorfkirche für sein unermüdliches Engagement. Viel wurde saniert, viele Kulturveranstaltungen organisiert. Was als nächstes ansteht, weiß der Förderverein längst.

Otto Wynen, Bernd Joachimsmeier, Hartmut Stechow und Thomas Rheinländer (v.?l.) bei der Bekanntgabe des Preisträgers.
Quelle: foto: annika Jensen
 
Die Dorfkirche in Krangen
Quelle: Peter Geisler

Neuruppin/Krangen Karl-Friedrich-Schinkel war nur kurz da. Doch sein Einfluss ist auch in dem Dorf Krangen erkennbar: Die Schinkel-Kirche ist einer der zahlreichen Fußabdrücke, die der berühmte und in Neuruppin geborene Architekt in ganz Preußen hinterlassen hat.

Der Förderverein zum Erhalt der Krangener Dorfkirche ist eine engagierte Gruppe von Menschen, die sich allesamt in dieses historische Gebäude verliebt haben. Mit viel ehrenamtlichem Engagement sanieren sie es und füllen es mit Leben. Denn jedes Jahr gibt es viele kulturelle Veranstaltungen dort.

Nun wurde der Verein ausgezeichnet. Die Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft ehrt ihn mit dem Schinkel-Förderpreis. Er ist mit 1000 Euro dotiert. „Es ist die Einheit, die den Verein ausmacht und warum wir uns in diesem Jahr für ihn entschieden haben“, sagte Hartmut Stechow, Vorsitzender der Schinkel-Gesellschaft, gestern bei der Bekanntgabe des diesjährigen Preisträgers. „Von der Kirche über das Engagement und die handwerkliche Tätigkeit bis hin zu Veranstaltungen. Und bis hin zu Impulsen, die letztlich auch aus Krangen herausstrahlen und andere gesellschaftliche Aktivitäten inspirieren.“

Ansporn nach tragischem Wechsel in Vereinsleitung

Der stellvertretende Vorsitzende der Schinkel-Gesellschaft, Thomas Rheinländer, ergänzte: „Es ist ein Förderpreis. Das bedeutet für uns, dass er ein Ansporn sein soll, weiterzumachen und sich zu entwickeln. Und wir finden es wichtig, dass wir dem neuen Programm eine Anerkennung zollen. Gerade nach dem tragischen Wechsel in der Leitung des Fördervereins im vergangenen Jahr.“

Vor einem Jahr starb der Vorsitzende des Fördervereins, Thomas Graap, sehr plötzlich. Das habe alle Vereinsmitglieder sehr mitgenommen, sagte Bernd Joachimsmeier, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins. „Wir fühlen uns sehr geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten, und wir schöpfen Kraft aus ihr“, sagte er weiter.



Die Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft

Die Gesellschaft hat sich gegründet, um Karl Friedrich Schinkel, seine Schüler und Mitstreiter zu würdigen und ihre Leistungen einem breiten Publikum näher zu bringen.
Einmal im Jahr vergibt die Gesellschaft den Schinkel-Förderpreis. Die Ausgezeichneten setzen sich mit dem berühmten Architekten und seinen Werken auseinander.
Die diesjährige Preisverleihung findet am Sonnabend, 13. Oktober, statt. Die Laudatio wird die ehemalige Bundesumwelt- und Bauministerin Barbara Hendricks halten.


Der Förderverein zur Erhaltung der Krangener Dorfkirche hat sich 2010 gegründet. Es waren 18 Leute, die allesamt dem Verfall der evangelischen Kirche nicht länger zusehen wollten. Vorsitzender wurde damals Traugott Kuhnt. Die Mitglieder sanierten den Gemeinderaum und den Kirchenraum. Es gab eine neue Decke, einen neuen Fußboden und eine Heizung. Schnell nach der Gründung des Vereins begannen auch die ersten Veranstaltungen. So brachte sich jedes Mitglied mit seinen Fähigkeiten und Vorlieben ein.

Manchmal stoßen die Vereinsmitglieder an ihre Grenzen

Heute hat der Verein 30 Mitglieder, von denen gut ein Drittel sehr aktiv daran mitarbeitet, die Kirche zu beleben. Sie organisieren jedes Jahr das Sommerkino, das Konzert am Silvesterabend, den historischen Weihnachtsmarkt. Vor zwei Wochen gab es einen Irish-Folk-Abend. „Zu dem kamen 150 Gäste in unsere kleine Kirche. Da stoßen wir schon an unsere Grenzen“, sagte Bernd Joachimsmeier. „Wir haben natürlich Spaß an solchen Veranstaltungen, aber wir sind alle ehrenamtlich dabei. Und es ist jedes Mal eine Menge zu tun für die Organisation.“

Sämtliche Einnahmen fließen in die Kirche. So weiß Joachimsmeier auch schon, was als nächstes geplant ist. Die Kirche soll eine neue Bestuhlung bekommen und die Decke soll wieder in altem Glanz erstrahlen. Ursprünglich waren dort gemalte Sterne zu sehen. Einer ist noch erhalten. Bald soll wieder die gesamte Decke damit bedeckt sein.

Von Annika Jensen

Märkische Allgemeine vom 04. Oktober 2018

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