"Bevor wir anfangen, unsere Kirchen zu schließen, sollten wir sie öffnen"1
Gedanken zur Zukunft der brandenburgischen Dorfkirchen

Vortrag von Bernd Janowski in der Berliner St. Matthäus-Kirche am 22. Januar 2015

Bernd Janowski ist Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.

Liebe Freunde der brandenburgischen Dorfkirchen, sehr geehrte Damen und Herren,

in seinem vielgelesenen Roman "Nachtzug nach Lissabon" lässt der Autor Pascal Mercier den unsichtbar bleibenden Helden seines Buches, den fiktiven portugiesischen Arzt, Philosophen und Widerstandskämpfer Amadeu Inázio de Almeida Prado folgende Sätze zu Papier bringen:

"Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben. Ich brauche ihre Schönheit und Erhabenheit. Ich brauche sie gegen die Gewöhnlichkeit der Welt. Ich will zu leuchtenden Kirchenfenstern hinaufsehen und mich blenden lassen von den unirdischen Farben. Ich brauche ihren Glanz. Ich brauche ihn gegen die schmutzige Einheitsfarbe der Uniformen. Ich will mich einhüllen lassen von der herben Kühle der Kirchen. Ich brauche ihr gebieterisches Schweigen. Ich brauche es gegen das geistlose Gebrüll des Kasernenhofs und das geistreiche Geschwätz der Mitläufer. Ich will den rauschenden Klang der Orgel hören, diese Überschwemmung von überirdischen Tönen. Ich brauche ihn gegen das tückische Gift des Oberflächlichen und Gedankenlosen. Eine Welt ohne diese Dinge wäre eine Welt, in der ich nicht leben möchte."2

Das klingt natürlich etwas pathetisch. Und wir müssen sicherlich auch nicht befürchten, in einer Welt ohne Kathedralen zu leben. Die in den Touristenführern angepriesenen Kathedralen, Dome und Klosterkirchen sind in der Regel weder vom Einsturz noch von der Schließung oder auch nur vom Mangel an Besuchern bedroht. Wie aber sieht es mit den weit über eintausend Dorfkirchen in unserem Land aus? Brauchen wir nicht auch ihre "Schönheit und Erhabenheit"? Stehen nicht auch sie "gegen die Gewöhnlichkeit der Welt"?

Noch prägt die sprichwörtliche Kirche im Dorf das Ortsbild der meisten Siedlungen, bildet sie den optischen Mittelpunkt und dient mit ihrem Turm als oft weithin sichtbares Wegzeichen. Der weitaus größte Teil dieser Gotteshäuser stammt aus der Zeit der mittelalterlichen Besiedlung. Innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne von nur wenigen Jahrzehnten wurden im 13. und 14. Jahrhundert Hunderte von imposanten Feldsteinkirchen errichtet, die Kriege, Seuchen und Zeiten wirtschaftlicher Not überdauert haben. In späterer Zeit entstanden barocke Predigtsäle, schlichte Fachwerkkirchen und imposante historistische Ziegelbauten. Wenn der Kirchenbau Spiegel des Glaubens wäre, müssten Ostdeutschland - und speziell Brandenburg - zu den frömmsten Regionen Europas gehören.3

Doch der Schein trügt. Nur noch knapp 20 Prozent der Bevölkerung gehören in Brandenburg einer christlichen (d.h. im Wesentlichen der evangelischen) Kirche an. Die pfarramtliche Versorgung wurde in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten radikal reduziert. Gottesdienste finden in vielen Dörfern nur noch alle sechs bis acht Wochen statt. Und dort, wo der sonntägliche Gottesdienst angeboten wird, schafft er es nicht mehr, die Gläubigen in großer Zahl in die Kirche zu locken.

Bereits auf der Synode der EKiBB 2002 wurde festgestellt, dass die durchschnittlichen Sonntags-Gottesdienste in den evangelischen Kirchen Berlins und Brandenburgs weniger Besucher hätten als die Zahl der Mitarbeiter von Kirche und Diakonie.4

In Zeiten demographischer Schrumpfungsprozesse, zunehmender Säkularisierung und daraus resultierender sinkender Gemeindegliederzahlen stellt sich durchaus die Frage: "Durch wen, für wen und auch warum sollten Kirchengebäude also erhalten werden?"5 Dies ist durchaus keine resignierende, sondern eine provozierende Frage.

Vermutlich müssen wir uns daran gewöhnen, dass der weitaus größere Teil der Menschen in unserer Region den Glauben an Gott nicht mehr braucht, um ein für sie erfülltes Leben führen zu können. Ein nahezu perfektes System der sozialen Absicherung und die Entwicklung der medizinischen Technik machen die Hoffnung auf ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits entbehrlich. Der holländische Autor Geert Mak schreibt: "Das Wissen um Tragik, die Erkenntnis, dass sich in einem Leben unausweichliche Schicksalsschläge ereignen konnten - dies scheint der Vorstellung gewichen zu sein, alles sei machbar oder reparabel oder lasse sich zumindest durch Geld kompensieren."6

Wir erleben eine zunehmende Beherrschung aller Lebensbereiche durch Ökonomie und Effizienzdenken. In einer Gesellschaft, die nur auf Wachstum orientiert ist, werden Schrumpfungsprozesse besonders schmerzhaft empfunden - auch wenn in amtlichen Verlautbarungen die Krise gern zur Chance verklärt wird, um ihr so das Bedrohliche zu nehmen.

Ich möchte Sie mit einem langen Vortrag zu den Problemen des demographischen Wandels verschonen; die Fakten sind weitgehend bekannt.

Zusätzlich zu den Problemen der Überalterung, des Wegzugs der Jugend, der Ausdünnung der Infrastruktur etc. ist in unseren Dörfern jedoch noch etwas anderes zu beobachten: Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft, die über Jahrhunderte "das Fundament gewesen war, auf dem die dörfliche Wirtschaft ruhte"7, mit dem Wegfall bäuerlicher Arbeitsplätze und der infrastrukturellen Zentralisierung des ländlichen Raumes verschwinden in rasantem Tempo typisch dörfliche Lebensformen. Noch einmal Geert Mak: "Traditionen verschwanden Ende des zwanzigsten Jahrhunderts genauso schnell wie bestimmte Pflanzenarten auf einer Viehweide - sofern man sie nicht künstlich am Leben erhielt."8

Die über Jahrhunderte tradierte "starke Verbundenheit der Landbewohner mit dem Boden, den Jahreszeiten, den Naturgewalten"9 ist weitgehend verloren gegangen. Die immer geringer werdende Zahl der Besucher zum Beispiel von Erntedankgottesdiensten zeigt, dass in Zeiten moderner Landtechnik, industriell hergestellter Futtermittel, chemischer Düngemittel und Insektizide die Hilfe von oben entbehrlich geworden ist. Der DDR-Propagandaspruch aus den Zeiten der Zwangskollektivierung "Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein!" ist - ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des "real existierenden Sozialismus" - weitgehend in Erfüllung gegangen.

"Früher sind auf dem Land die Menschen aufgefallen, die am Sonntag nicht regelmäßig in die Kirche gegangen sind. Heute fallen die auf, die regelmäßig in die Kirche gehen."10

Diese Beobachtungen könnten uns zu der zugespitzten Frage verführen: Sind "in Zeiten metaphysischer Obdachlosigkeit"11 die Kirchtürme in unseren Dörfern als Orientierungspunkte noch nötig, wenn es niemanden mehr gibt, der Orientierung sucht?

Bei der Fahrt durch unsere brandenburgischen Dörfer und Kleinstädte ist ein erstaunlicher Widerspruch zu beobachten:

Fast überall ist zu sehen, dass die kirchliche Denkmalpflege der vergangenen 25 Jahre eine großartige Erfolgsgeschichte ist. Zahlreiche Kirchendächer wurden neu gedeckt, Fundamente trockengelegt, Mauern verfugt und Kirchtürme repariert. Gleichzeitig jedoch werden diese wunderbar instandgesetzten Kirchengebäude von immer weniger Menschen besucht, was den Wittenberger Theologen Friedrich Schorlemmer schon vor einigen Jahren zu der lakonischen Feststellung provozierte: "Kirchen sind außen sehr schön. Aber innen ziemlich leer."12 Noch drastischer und mit arroganter Hauptstadtpose beschrieb vor wenigen Monaten der Berliner Tagesspiegel die Situation in Brandenburg: "Zwischen Elbe und Oder gibt es viel Nichts. Das wurde allerdings saniert und ist für durchradelnde Touristen schön anzusehen."13

Ja, es ist wahr: Wir haben mehr Kirchengebäude in unseren Dörfern, als wir derzeit für die Verkündigung benötigen. Und, es ist ebenfalls wahr: Wir haben mehr Kirchen, als sich die kleiner werdenden Kirchengemeinden in Bezug auf laufende Unterhaltung und notwendige Instandsetzungen leisten können. Es stellt sich uns nun die drängende Frage: Wie gehen wir mit diesem gewaltigen kulturellem Erbe, das unsere Vorfahren in wirtschaftlich mit Sicherheit schwächeren, anscheinend jedoch glaubensstärkeren Zeiten geschaffen haben, heute und in naher Zukunft um? Der ehemalige katholische Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, stellte vor einigen Jahren mit ironischer Resignation fest: "Kirchen sind nun einmal "Immobilien"; sie sind unbeweglich, man kann sie nicht an die Orte versetzen, an denen man sie braucht."14

Noch sind die Aufgabe und der Verkauf von Kirchengebäuden in Brandenburg seltene Ausnahmen. Immer häufiger jedoch ist aus vermeintlich überforderten ländlichen Kirchengemeinden die Überlegung zu vernehmen, sich von anscheinend überflüssigen Gotteshäusern zu trennen. Dem möchte ich aber gegenüberstellen, dass es gerade in unübersichtlichen Zeiten wie der unseren enorm wichtig ist, die wenigen öffentlichen Orte, die uns außerhalb von Produktion, Konsumtion und Verwaltung geblieben sind, als Inseln der kommerziellen Zwecklosigkeit zu bewahren. Im vergangenen Jahr sprach an dieser Stelle der Schirmherr unseres Vereins Dr. Wolfgang Thierse von "Herkunftsneugier" und "Beheimatungssehnsucht"15, die umso wichtiger werden, als wir mit unserem Fortschrittsoptimismus zunehmend an Grenzen stoßen.

"Bevor wir anfangen, unsere Kirchen zu schließen, sollten wir sie öffnen!" Ich komme auf den Titel meines Vortrags zurück und bekenne, dass ich dieses schöne Zitat bei dem Theologen Hermann Timm entliehen habe.

Es ist eine Binsenweisheit, dass sich Kirchengebäude und Kirchenräume nur dann erhalten lassen, wenn sie genutzt werden. Und diese Nutzung beginnt bereits damit, die Kirchen zu öffnen.

Mein Plädoyer für "Offene Kirchen" möchte ich mit einer recht pragmatischen Begründung beginnen: Die meisten Kirchensanierungen wurden und werden in erheblichem Umfang mit öffentlichen Mitteln gefördert. Das ist richtig und gut so. Nur sollte die sogenannte "Öffentlichkeit" - das heißt, die Menschen, mit deren Steuermitteln, von den privaten Spenden und Zuwendungen ganz abgesehen, die denkmalpflegerischen Maßnahmen an Kirchengebäuden mitfinanziert werden - auch die Möglichkeit haben, diese Gebäude zu besuchen.

Zugleich jedoch denke ich, dass die Öffnung von Kirchen auch aus theologischer Sicht geboten ist. Sie sind nicht das Privateigentum einer kleiner werdenden Gemeinde oder eines Gemeindekirchenrates; sie werden von diesem lediglich im Sinne aller verantwortlich verwaltet. Kirchengebäude sollten nicht nur Versammlungsraum einer Kerngemeinde oder Zweckhülle für seltener werdende Gottesdienste sein, sondern offene Orte der Gastfreundschaft. "Der Satz "Kirchen gehören allen." ist ein Kernsatz des christlichen Glaubens."16

Es wäre wünschenswert, dass an jeder Kirche zumindest ein Schild oder ein Zettel im Schaukasten auf einen Ansprechpartner verweist, der den Kirchenschlüssel verwahrt und diesen für Besichtigungen zur Verfügung stellt. Zudem wünsche ich mir auch Hinweise darauf, wann und wo in der Region der nächste Gottesdienst stattfindet und wie das zuständige Pfarramt zu erreichen ist. Zugleich würde ich mir in manchen offenen Kirchen etwas mehr ästhetisches Empfinden für den Kirchenraum wünschen. Wenn beispielsweise die Winterkirche mit Gummibäumen, Plastikblumen, Auslegeware und Blümchengardinen zum kuscheligen Wohnzimmer gemacht wird und die Sakristei als Rumpelkammer fungiert, fällt es schwer, den Sakralraum als solchen wahrzunehmen. Und wenn dann im Mai noch die Liedzettel vom Heiligabend-Gottesdienst in den Bankreihen liegen, spricht das nicht für eine lebendige Gemeinde. Hier wünsche ich mir eine größere Sensibilität im Umgang mit dem historisch gewachsenen Raum, seiner Ausstattung und seiner Atmosphäre.

Auch sollte der Besucher in jeder Kirche ein bescheidenes Blatt Papier mit Informationen vorfinden, das über das historische Gebäude, aber auch über die Kirchengemeinde berichtet. Ist in einer Kirche überhaupt Material zu finden, dann informiert dieses in der Regel über Baustil, Ausstattung und Geschichte des Gotteshauses, aber nicht über das aktuelle Gemeindeleben. Es reicht nicht, wenn eine Kirche denkmal- und stilgerecht restauriert wurde. In jeder Kirche sollte es kleine Zeichen lebendigen kirchlichen Lebens geben. Von Antoine de Saint-Exupéry stammt der schöne Satz: "Man sagt nichts Wesentliches über den Dom, wenn man nur von den Steinen spricht."17

Offene Kirchen bedeuten jedoch mehr als nur eine ab und zu geöffnete Tür. Die Kirche im Dorf - und damit meine ich sowohl die Kirche als Institution als auch das Kirchengebäude - wird nur dann langfristig eine Chance haben, wenn sie sich auch im weiteren Sinne öffnet, wenn sie im Sinne des Bonhoefferschen Kirchenverständnisses "Kirche für andere" ist. "Die Kirche", schrieb Dietrich Bonhoeffer, "ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist, Sie muss an den weltlichen Aufgaben des menschlichen Gemeinschaftslebens teilnehmen, nicht herrschend, sondern helfend und dienend."18 In einer Zeit, in der sich der Staat aus immer mehr vermeintlich "freiwilligen Aufgaben" zurückzieht, muss die Kirche auch für Menschen da sein, die nicht zu den "zahlenden Mitgliedern" gehören. Bei einer fortschreitenden Ausdünnung des Prinzips der pfarramtlichen Versorgung ist dies jedoch schlecht möglich.

Nicht zuletzt gewinnen die Kirchengemeinden durch die Öffnung ihrer Kirchen und durch die konstruktive Zusammenarbeit mit Fördervereinen, Kommunen, Kultureinrichtungen etc. wichtige Gesprächspartner, denen die schwierige Erhaltung der Gebäude ebenso am Herzen liegt wie ihnen selbst.

In einer Landtagsdebatte erklärte die brandenburgische Kulturministerin Sabine Kunst vor wenigen Monaten: "Kirchen sind Orte der kulturellen Bildung und des sozialen Lernens." Die Kulturarbeit der Kirchen sei vor allem auf dem Land und in Kleinstädten von nachhaltiger Wirkung für Kulturwirtschaft und Tourismus und ein "kultureller Identitätsanker für Christen und Nichtchristen". In Gegenden mit dramatischen demografischen Entwicklungen wie Abwanderung und zunehmendem Alter der Einwohner böten mitunter nur noch die Kirchen eine kulturelle Heimat: "Hier ist der Kirchenraum der letzte öffentliche Raum."19

Und in der Tat lässt sich seit geraumer Zeit ein erstaunliches Phänomen beobachten: Während im Sonntagsgottesdienst kaum die ersten drei Bankreihen gefüllt sind, ist der Kirchenraum bei einem Konzert oder einer Lesung, bei einer Ausstellungseröffnung oder sogar bei einer Theateraufführung oftmals bis auf den letzten Platz gefüllt. Hier ist in der Tat etwas gewachsen, was sich sehen lassen kann. Es vollzieht sich eine erstaunliche Annäherung zwischen der protestantischen Kirche und den Künsten, die - bei allen Unsicherheiten, die weiterhin bestehen - inzwischen auch in den Dorfkirchen abgelegener Regionen zu bemerken ist.

Gegenwärtig hat in Deutschland der Begriff "Kulturkirche" Konjunktur, ohne dass jemand so richtig erklären kann, was das eigentlich ist - eine "Kulturkirche". Wenn man sich den lateinischen Wortstamm von Kultur - "colere" - anschaut, dann entdeckt man, dass dieser Begriff ursprünglich aus der Landwirtschaft stammt. "Colere" bedeutet den Acker bestellen, bebauen, aber auch pflegen und bewahren. - In diesem Sinne sollte eigentlich jede Kirche eine Kulturkirche sein.

Es gab eine Zeit, da galt die Kirche als "Mutter aller Künste".20 Und der Berliner Theologe Friedrich Schleiermacher sah - wenn auch nicht unwidersprochen - Religion und Kunst als Schwestern21. Doch spätestens seit der Epoche der Aufklärung haben sich die Kinder selbständig gemacht und die Schwestern langfristig entfremdet. Lange Zeit hatte die protestantische Kirche Schwierigkeiten, sich auf das Wagnis Kunst in ihren Räumen einzulassen. Dabei sind Kirchen von Anbeginn an Kulturorte par excellence - "Manifestationen der Architekturgeschichte, der Kunstgeschichte, der Musikgeschichte"22 und durch die Tradition der Wortpredigt auch eng verbunden mit der Literaturgeschichte.

Musik in der Kirche war ursprünglich nicht autonom, sondern half mit, die himmlische Stadt im Kirchenraum dazustellen23. Martin Luther, der selbst Flöte und Laute spielte, dem wir die Ursprünge des protestantischen Kirchenliedes zu verdanken haben und der durchaus als Begründer der großen Tradition protestantischer Kirchenmusik zu betrachten ist, erklärte: "Nach der Theologie könnte keine Kunst der Musik gleichkommen, weil allein sie neben der Theologie das gewährt, was an anderer Stelle nur die Theologie schafft, nämlich Ruhe und Freude."24 Johann Sebastian Bach komponierte seine Werke ausschließlich "soli deo gloria". Und doch scheint es selbst für Bach die Trennung zwischen geistlicher und weltlicher Musik nicht gegeben zu haben. Die Musik des berühmten Eingangschores aus dem 3. Teil des Weihnachtsoratoriums "Herrscher des Himmels erhöre das Lallen" übernahm Bach zum Beispiel ohne Skrupel einer eigenen, älteren, weltlichen Komposition, die dem Geburtstag der sächsischen Kurfürstin gewidmet war und ersetzte die ursprüngliche Textzeile "Blühet ihr Linden in Sachsen wie Zedern" durch das frömmer klingende "Herrscher des Himmels erhöre das Lallen."25

Heute können wir neben Orgelwerken und Kantaten auch Kammermusik, Jazz oder Volksmusik hören. Das Angebot an Musik in Dorfkirchen ist inzwischen in manchen Regionen so groß, dass es in den Sommermonaten schwerfällt, sich für ein bestimmtes Konzert zu entscheiden.

In der Veranstaltungsreihe "Musikschulen öffnen Kirchen", die der Förderkreis Alte Kirchen seit mittlerweile neun Jahren gemeinsam mit dem Landesverband der Musik- und Kunstschulen durchführt, wird es im laufenden Jahr 65 Konzerte geben - ein neuer Rekord!

Auch das Theater hatte durch die bereits im Mittelalter veranstalteten Passionsspiele einst einen festen Platz im Kirchenraum. Und später lernte die Kunstepoche des Barock in allen Bereichen vom Theater: Architektur, Ausstattung und Liturgie waren Teil eines glänzenden Gesamtschauspiels. Durch das Primat der protestantischen Wortverkündigung und den damit verbundenen weit verbreiteten Rationalismus ging dieser Sinn für die Inszenierung sakraler Handlungen weitgehend verloren. Heute erleben wir völlig selbstverständlich die Aufführung von weltlichen Theaterstücken in Kirchengebäuden. Der Verein "Theater in der Kirche" gastierte - in Kooperation mit dem Förderkreis Alte Kirchen - zwölf Jahre lang mit den Inszenierungen klassischer Dramen und Komödien in jährlich bis zu zwanzig Dorfkirchen. Ebenso wie bei den Musikschulkonzerten kam ein großer Teil der anschließend gesammelten Spenden der Instandsetzung und Erhaltung des jeweiligen Kirchengebäudes zugute.

Selbst Filmvorführungen in Dorfkirchen sind keine Seltenheit mehr und während der Fußball-Weltmeisterschaft traf man sich hier zum gemeinsamen Fernsehen.

Auf den ersten Blick recht problemlos erscheinen Ausstellungen Bildender Kunst. Bilder, Fotografien oder Skulpturen in einer Kirche zu zeigen, dürfte ohne größere Schwierigkeiten möglich sein. Für Luther waren Bilder weder gut noch böse; man kann sie haben oder nicht haben. Als "Adiaphora" sind sie frei. Und doch birgt die Ausstellung speziell moderner Kunst innerhalb der historischen Kirchenmauern manchmal durchaus Konfliktpotential. Vor über zweihundert Jahren prägte der preußische Philosoph Immanuel Kant den Satz: "Schön ist, was ohne Begriff allgemein gefällt."26 Mit dieser Definition ist es heute nicht mehr möglich, Kunst zu betrachten. Es gibt nichts mehr, was allgemein gefällt. Und das "Schöne" allein reicht als ästhetisches Kriterium nicht mehr aus, um Kunst zu bewerten. Trotzdem kann die Konfrontation des historischen Kirchenraumes mit zeitgenössischer Kunst für Irritationen im positiven Sinne führen und den Besucher dazu bringen, genauer hinzuschauen und den vertrauten Ort mit neuen Augen zu sehen.

In Zeestow (Landkreis Havelland) wurde im Sommer dieses Jahres das erfolgreich instandgesetzte Kirchengebäude nach Jahrzehnten des Leerstands als Autobahnkirche wieder eröffnet. Die an einer der am stärksten befahrenen Autobahnen Deutschlands gelegene Kirche soll als "Raststätte für die Seele" Autofahrer einladen, für eine kurze Zeit der Besinnung anzuhalten, dem Stress des Alltags zu entkommen und vielleicht auch Gelegenheit für ein kurzes Gebet zu finden. Hier werden Bilder des bekannten Malers Volker Stelzmann, der unter dem Titel "Die Berufenen" zwölf Außenseiter der heutigen Gesellschaft als Jünger Jesu porträtierte, bewusst dafür genutzt, Besucher anzulocken. Das Konzept scheint bis jetzt erfolgreich aufzugehen.27

Dass es in den Dörfern und Kleinstädten ein enormes Potential an Kreativität und den Willen zur Auseinandersetzung mit dem Kirchenraum gibt, zeigte auch ein Wettbewerb mit dem Titel "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen", den der Förderkreis Alte Kirchen durch die freundliche Unterstützung durch die Kulturstiftung des Bundes ausschreiben konnte. Aus über einhundert eingereichten Projekten wählte eine Jury dreißig Projekte aus, die wir finanziell unterstützen konnten. Das Spektrum reichte von eher traditionellen Veranstaltungen wie Konzerten, Ausstellungen oder Lesungen bis hin zu Comic- und Foto-Workshops, Literaturwettbewerben und "Poetischen Wanderungen für Kinder".

Wunderbar formuliert hat das Konzept einer kulturellen Nutzungserweiterung bereits Jahr 1995 der Förderverein für die Dorfkirche in Dannenwalde (Landkreis Oberhavel): "Kultur und Kirche am Weg" - das bedeutet nicht eine fertige Kirche, die gelegentlich auch einmal anders genutzt wird, das bedeutet auch nicht einen Kulturraum, in dem gelegentlich Gottesdienste stattfinden dürfen. Vielmehr liegt in der Konzeption beschlossen: "Der Weg ist das Ziel." An diesem Ort soll gepredigt und erzählt, musiziert und ausgestellt, gegessen und getrunken, getauft, getraut und beerdigt werden."28

Gestatten Sie mir einen kurzen Rückblick: In den letzten Monaten und Jahren der DDR wurden die Kirchen auch Auftrittsorte für Künstler, die anderswo nicht auftreten durften und Treffpunkte für oppositionelle Gruppen. Obwohl sich hier zahlreiche Menschen zusammenfanden, die kirchlich nicht gebunden waren, ist es den allermeisten Gemeinden dennoch in bewundernswerter Weise gelungen, die theologische Deutungshoheit über ihre Kirchenräume nicht aus der Hand zu geben. In diesem Sinne würde ich mir auch heute manchmal etwas mehr Mut zum Experiment wünschen.

Viel ist in den letzten Jahren geschehen, um auch Dorfkirchen in abgelegenen Regionen über die seltener werdenden Gottesdienste hinaus für Kulturveranstaltungen zu öffnen. Sogar historische Pilgerwege werden im protestantisch geprägten Brandenburg erfolgreich reaktiviert. - Und das, obwohl der Reformator Martin Luther eindringlich warnte: "Lauf nicht dahin. Man weiß nicht, ob Sankt Jakob oder ein toter Hund da liegt."

In regionalen Kulturkalendern und in den Broschüren der Tourismusveranstalter sind die ländlichen Kirchengebäude inzwischen gut vertreten. Das ist gut und richtig so. Auf die Dauer wird die Konservierung von sakralen Denkmalen als reiner Selbstzweck nicht ausreichen.

In der Regel ist es nicht möglich, für die Nutzungserweiterung von Kirchengebäuden endgültige und allgemeingültige Kriterien zu entwickeln. Obwohl der protestantische Kirchenraum kein geweihtes Medium der Heilsvermittlung ist und "keine normative Qualität in Bezug auf seine Nutzung"29 besitzt, hat er für die ihn nutzende Gemeinde, so klein diese inzwischen sein mag, trotzdem eine spirituelle Wertigkeit, die nicht alles zulässt. Dinge, die dem Verkündigungscharakter widersprechen, schließen sich selbstverständlich von vornherein aus. Letztlich jedoch muss jede Gemeinde für sich entscheiden, was in ihrer Kirche möglich ist und was nicht.

Was die Nutzungserweiterung von Dorfkirchen betrifft, sind jedoch nicht nur Kulturveranstaltungen möglich. Einen entscheidenden Schritt weiter ist beispielsweise die Kirchengemeinde in Rieben (Landkreis Potsdam-Mittelmark) gegangen, die eine Kooperationsvereinbarung mit der Kommune für die Instandsetzung, den Aus- und Umbau des Kirchengebäudes und die gemeinsame Nutzung geschlossen hat. Durch den Einbau einer Glaswand wird hier nur noch das vordere Drittel des Kirchenraumes ausschließlich für sakrale Zwecke genutzt, während im hinteren Teil ein Raum für Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, private Feiern und ähnliches entstand. Für größere Veranstaltungen lässt sich die gläserne Trennwand problemlos öffnen. Durch Vergrößerung der Empore entstand im Obergeschoss unter anderem ein Büro, in dem der Ortsvorsteher regelmäßig seine Sprechstunden abhält. In einem sensibel gestalteten Anbau an der Nordseite des Kirchenschiffes sind Funktionsräume wie eine Teeküche sowie ein Toiletten-und Sanitärbereich untergebracht. Sicher lässt sich ein derartiges Konzept, geistliches und weltliches Zentrum des Dorfes unter einem (Kirchen-) Dach zu vereinen, schon aus Denkmalschutzgründen nicht in jedem historischen Kirchenraum umsetzen. Trotzdem könnte das Projekt für Brandenburg Modellcharakter bekommen.

Die kleiner werdenden Kirchengemeinden allein können die Erhaltung und Nutzung ihrer Kirchengebäude allein oftmals nicht mehr auf Dauer gewährleisten. Kooperationen mit Fördervereinen, Kommunen, Kultureinrichtungen oder sozialen Institutionen sind notwendiger denn je. Mit derartigen Kooperationen ist allen Seiten geholfen. Insbesondere in den ländlichen Regionen geraten auch kommunale, kulturelle und soziale Träger immer mehr unter finanziellen Druck und leiden an der Ausdünnung der oft kaum noch finanzierbaren Infrastruktur. Sie sind auf Zusammenarbeit ebenso angewiesen wie Kirchengemeinden und Kirchbauvereine. In gelungenen Fällen können dabei sogar gute Beispiele gesellschaftlicher Diakonie entstehen im Sinne der von mir bereits angesprochenen "Kirche für andere".

Sicher kann die erweiterte Nutzung von Kirchen auch zu Konflikten führen. Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass diese Konflikte in den allermeisten Fällen durch vertrauensvolle Gespräche lösbar sind. Zusammenfassend lässt sich feststellen: "Eine Kirche ist durch das Kreuzeszeichen inhaltlich wie architektonisch geprägt. Eine Kirche verträgt darum alles, was im Angesicht dieses Kreuzes geschehen kann."30

Wie jedoch gehen wir mit den Gotteshäuser um, die es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gelingt, mit Leben zu füllen - sei es, weil die Gemeinde überaltert ist, die Sozialstruktur des Dorfes ungünstig oder die Einwohnerzahl schlicht und einfach zu gering? Hier fehlt es meiner Meinung nach an tragfähigen und längerfristigen Konzepten für den Umgang mit temporär nicht genutzten Kirchengebäuden. Leider ist festzustellen, dass sich mit dem Thema der Bewahrung der Kirchenbauten in der Öffentlichkeit weniger die Theologen beschäftigen, sondern hauptsächlich Denkmalpfleger, Historiker, Kunsthistoriker und Architekten.

In einer Meldung des RBB-Kulturradios vom 6. November 2014 bedauerte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, "dass die Kirchen nicht prominent auf der europäischen Denkmalpflege-Messe in Leipzig vertreten seien" und "fordert von den Kirchen mehr Einsatz für die Denkmalpflege".31 Auch zu der im Oktober des vergangenen Jahres in Halle / Saale (und damit erstmals in Deutschland)stattgefundenen Tagung des europäischen Dachverbandes "Future for Religious Heritage", die vom Förderkreis Alte Kirchen wesentlich mit organisiert wurde, ist es uns nicht gelungen, höherrangige Vertreter der Kirchen einzuladen.

Nachdenklich stimmte mich auch folgendes Erlebnis: Im vergangenen Jahr führten wir unsere Mitgliederversammlung in der Gedenkkirche Berlin-Plötzensee durch, die zur Kirchengemeinde Charlottenburg-Nord gehört. Wir genossen dort eine wunderbare Gastfreundschaft, waren jedoch ziemlich erschrocken, als wir nebenbei erfuhren, dass in dieser Gemeinde - zu der trotz starken Rückgangs der Gemeindegliederzahlen immerhin noch 4.000 evangelische Christen gehören - die Wahlen zum Gemeindekirchenrat ausfallen mussten, da sich keine geeigneten Kandidaten fanden.32

Wir können uns glücklich schätzen, dass es derart gravierende Probleme in den allermeisten Dorfkirchengemeinden bisher nicht gibt. Und doch sind auch hier verstärkt Anzeichen von Resignation zu bemerken. Vielleicht sollte neben dem ständigen Reden über Strukturreformen, Effizienzsteigerung, Zieldefinitionen, Strategieplanungen oder Umformatierung der Kirche zu einer "markt- und angebotsorientierten Dienstleistungsorganisation"33 der eigentliche theologische Inhalt wieder mehr in den Blick genommen werden. Von dem katholischen Kölner Kunstseelsorger Prälat Ludwig Schöller stammt der schöne Satz: "Wenn die Apostel damals am See Genezareth mit einer Statistik in der Hand gestanden hätten, wären sie niemals losgezogen."34

Auch die geringer werdende Zahl der Pfarrstellen im ländlichen Raum und die zunehmende Auflösung des Jahrhunderte alten Parochialsystems, das seit der Reformation als Grundstruktur der evangelischen Kirche galt, schwächen dauerhaft das kirchliche Leben in den Dörfern und werden Auswirkungen auf die Zukunft der Kirchengebäude haben. Der für das kirchliche Leben auf dem Lande so wichtige Besuch der Pfarrerin oder des Pfarrers bei Geburtstagen und Jubiläen oder die Teilnahme an Dorf- und Vereinsfesten sind kaum noch möglich. In vielen Dörfern erscheint der Seelsorger lediglich alle vier bis sechs Wochen, um einen Gottesdienst zu halten und braust nach dessen Ende mit seinem Auto schnell zur nächsten Kirche.

Sogar die kürzlich veröffentlichte Untersuchung der EKD zur Mitgliedschaft vom März 2014 stellt fest, dass "es vor allem der Pfarrer/die Pfarrerin vor Ort [sind], der/die evangelische Kirche repräsentiert."35 Zugleich nimmt die Zahl der Pfarrstellen im ländlichen Raum weiter ab und die EKD-Studie stellt resigniert fest: "Die evangelische Kirche nimmt seit Beginn der Kirchenmitgliedschaftsuntersuchungen 1972 ihre kontinuierliche Schwächung wahr, ohne dass eine der bekannten geistlichen Richtungen des Glaubens ein Rezept gegen den Mitglieder- und Bedeutungsverlust gefunden hat, falls es überhaupt eines gibt."36

Noch ist die Zahl der aufgegebenen, d.h. in der Regel verkauften und privatisierten Kirchengebäude in Berlin und Brandenburg erstaunlich (und erfreulich) gering! Zu befürchten ist nur, dass dies in absehbarer Zukunft nicht so bleiben wird. Schon jetzt gibt es Kirchengebäude, die nahezu ungenutzt leerstehen - und das nicht, weil sie wegen gravierender Schäden bauaufsichtlich gesperrt sind, sondern weil kaum noch eine nennenswerte Gemeinde vor Ort existiert oder weil die Gottesdienste auf einige Hauptorte des Pfarrsprengels konzentriert werden. Der Leiter des Kirchlichen Bauamtes der EKBO, Matthias Hoffmann-Tauschwitz stellte kürzlich realistisch fest: "Im Vergleich zu den letzten zwanzig Jahren wird es auch ganz sicher eine wachsende Anzahl von Veräußerungen geben."37

Als Ende der 90er Jahre der Abbruch der Leopoldsburger Kirche in dem Dorf Milow (Landkreis Havelland)nach dem Verkauf an einen Privatinvestor bereits so gut wie beschlossen war, engagierte sich der Förderkreis Alte Kirchen intensiv für die Erhaltung des Gotteshauses. Das Kirchengebäude blieb schließlich tatsächlich erhalten und wurde zur Sparkassenfiliale umgebaut. Noch heute - fünfzehn Jahre später - bin ich nicht sicher, ob wir uns über das Ergebnis freuen oder ärgern sollen.

Vor einem Jahr wurde die Dorfkirche in Tornow (Landkreis Oberhavel) - ein gewaltiger Feldsteinbau des 13. Jahrhunderts mit einem Backstein-Turmaufsatz des Schinkel-Schülers Friedrich Wilhelm Buttel - an einen privaten Nutzer verkauft, der sie für Wohnzwecke umbauen möchte. Bei einem Besuch im Sommer präsentierte uns der neue Besitzer stolz seine neu erworbene Immobilie und erläuterte die bereits begonnenen Bauarbeiten. Dabei mussten wir feststellen, dass die Kirchengemeinde es nach der Veräußerung nicht einmal für nötig erachtet hatte, die historische Altarbibel und das Kruzifix aus dem verkauften Gotteshaus zu entfernen. Ich denke, so sollte man mit Jahrhunderte alten Zeugnissen der Glaubensgeschichte nicht umgehen!

Dass es auch andere Möglichkeiten gibt, auf die beabsichtigte Aufgabe eines Kirchengebäudes zu reagieren, zeigt das Beispiel der ehemaligen Wallfahrtskirche in Buckow (Landkreis Havelland). Auch hier war durch die Gesamtkirchengemeinde, die fünfzehn Dörfer umfasst, ein Verkauf bereits fest geplant. Gemeinsam mit dem Kirchlichen Bauamt lud der Förderkreis Alte Kirchen zu einer offenen Bürgerversammlung mit kontroverser Diskussion über die Zukunft des Gebäudes ein. Im Ergebnis gründete sich ein Förderverein, der seit einigen Jahren in der Buckower Kirche anspruchsvolle Kulturveranstaltungen organisiert, aber auch wieder Gottesdienste feiert und zudem bereits umfangreiche Sicherungsarbeiten durchführen konnte. Ein derartiges vertrauensvolles Zusammenwirken wäre in ähnlich gelagerten Fällen in Zukunft wünschenswert. Die Aufgabe oder der Verkauf ist nicht lediglich ein kircheninternes Problem, sondern betrifft das gesamte Gemeinwesen. In diesem Zusammenhang getroffene Entscheidungen lassen sich in der Regel nicht rückgängig machen.

Kirchengebäude sind die Markenzeichen der christlichen Religion in unseren Dörfern. Keine Firma würde leichtfertig ihre Markenzeichen aufgeben. Oder kurz formuliert: "Nur Blinde verkaufen ihre Leuchttürme." (Zitat Joachim Kardinal Meißner)38

Das heute vorherrschende Nützlichkeitsdenken macht es schwer, mit Vorläufigem zu leben. Trotzdem möchte ich im Umgang mit anscheinend nicht benötigten Kirchengebäuden zu mehr Gelassenheit raten. Wo eine regelmäßige Nutzung derzeit nicht möglich ist, plädiere ich dafür, wenigstens einmal im Jahr, vielleicht anlässlich eines kirchlichen Festtages einen Sprengel-Gottesdienst mit den Gemeindemitgliedern der Nachbarorte zu feiern, um zu zeigen, dass dieser Kirchenraum seine ursprüngliche Bestimmung behält in der Hoffnung auf vielleicht bessere Zeiten. Wenn dann noch darauf geachtet wird, dass das Dach dicht ist und das Gebäude regelmäßig und zu den richtigen Zeiten gelüftet wird, können wir uns in manchen Fällen auch etwas Geduld und Demut leisten. Vor über zehn Jahren wurde der Förderkreis Alte Kirchen dafür kritisiert, dass er die Notsicherung des Daches der Feldsteinkirche in Malchow (Landkreis Uckermark) mit recht bescheidenen Mitteln initiierte und finanzierte, da diese Kirche "für die Verkündigung nicht mehr gebraucht" würde. Heute ist die Malchower Kirche - auch dank einer großzügigen Unterstützung aus EU-Mitteln instandgesetzt und restauriert. Jährlich wird hier der international ausgeschriebene "Malchower Kirchenpreis" für musikalische Nachwuchsarbeit veranstaltet. Durch einen um die Kirche herum angelegten Labyrinthpark ist sie zudem ein sehr gut besuchtes Ziel für Besucher und Touristen geworden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

"Kirchengebäude lassen sich nicht nach Kubikmetern umbauten Raumes, nach Bruttonutzfläche oder Nutzungsintensität bewerten."39 Kirchengebäude, speziell unsere Dorfkirchen, verkörpern Heimat. Es ist nicht verwunderlich, dass der Begriff "Heimat" in der letzten Zeit Konjunktur hat. Heimat wird erst dann wichtig, wenn sie droht, in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt verlustig zu gehen. In Zeiten, in denen immer mehr infrastrukturelle Einrichtungen und Kulturträger aus der Fläche verschwinden, sollten unsere Jahrhunderte alten Kirchengebäude bewusst ein Zeichen setzen: Wir ziehen uns nicht zurück. Wie die große Zahl von Engagierten in den Gemeinden, den Kirchbauvereinen und darüber hinaus zeigt, haben die Dorfkirchen ihre Bedeutung für das Gemeinwesen noch lange nicht verloren. Sie werden weiterhin gebraucht. Deshalb ist es wichtig, sie zu öffnen.

Lassen Sie mich zum Schluss kommen und im Jahr des 25-jährigen Bestehens des Förderkreises Alte Kirchen in zehn kurzen Punkten darüber nachdenken, was in Zukunft wichtig sein könnte, um die sprichwörtliche Kirche im Dorf zu lassen. (So ganz nebenbei sei angemerkt, dass der Satz "Lasst die Kirche im Dorf!" nicht nur eine ortsgeographische Bedeutung haben, sondern auch theologisch stärker als Chance betrachtet werden sollte.40)

  1. Auch in Zukunft wird es eine der wichtigsten Aufgaben des Förderkreises Alte Kirchen sein, die Erhaltung und Instandsetzung von Kirchengebäuden finanziell zu unterstützen. Auch wenn in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten viel erreicht wurde, um gravierende Bauschäden zu beseitigen, gibt es noch sehr viel zu tun.
  2. Unser Engagement für die Erhaltung und Bewahrung von Gotteshäusern sollten wir nicht isoliert betrachten, sondern die Kirche als Bestandteil des "Sozialraumes" Dorf begreifen. Nicht vergessen werden sollten die peripheren Regionen des Landes, die mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen stärker zu kämpfen haben als der sogenannte "Speckgürtel". Es ist wenig sinnvoll, ausschließlich "Leuchtturmprojekte" zu fördern. Leuchttürme strahlen in die Weite, was sicher von ferne ein schönes Bild abgeben kann. "Am Fuß des Leuchtturms" jedoch - so sagt ein japanisches Sprichwort - "ist es dunkel."
  3. Vielleicht stärker als zuvor wird sich das Augenmerk der Denkmalpflege auf die Konservierung und Restaurierung wertvoller historischer Ausstattungsstücke richten müssen. Die meisten potentiellen Fördermittelgeber berücksichtigen das reichhaltige Inventar unserer Kirchen nicht. Dabei befinden sich weitaus die meisten Kunstwerke aus allen Epochen der Kunstgeschichte im Land Brandenburg in Kirchengebäuden. Hier drohen wertvolle Zeugnisse der Kunst- und Glaubensgeschichte unwiederbringlich verloren zu gehen, wenn nicht Abhilfe geschaffen wird. Ausdrücklich erwähnen möchte ich hier auch den großen Schatz an historischen Orgeln, die sich in unseren Kirchen erhalten haben. Die gemeinsam mit dem Brandenburgischen Landesamt und der Evangelischen Landeskirche initiierte Aktion "Menschen helfen Engeln" sowie die Spendenaufrufe beispielsweise für den Renaissance-Altar in Laubst (Landkreis Spree-Neiße), die Ausstattung der Dorfkirche Dedelow (Landkreis Uckermark) und die Schnitzfiguren aus dem Prospekt der Hans Scherer-Orgel in Bernau (Landkreis Barnim) sind ein Schritt in die richtige Richtung.
  4. Zunehmend wird sich die Frage stellen, was mit dem Inventar nicht genutzter Kirchen geschehen soll. Altarretabel, Kanzeln, Taufengel und andere Ausstattungsstücke gehören zum jeweiligen Denkmal Kirche vor Ort. Dort, wo durch dauerhafte Nichtnutzung, eventuelle zusätzliche Bauschäden und dadurch entstehende ungünstige klimatische Bedingungen Kunstwerke in ihrem Bestand gefährdet sind, sollte über eine Auslagerung und Unterbringung an einem geeigneten Ort nachgedacht werden. Ob die Schaffung geeigneter Depots langfristig eine geeignete Lösung darstellt, sollte zumindest geprüft werden.
  5. Der von mir heute ausführlich angesprochene Aspekt der Nutzungserweiterung von Kirchen stellt eine große Chance für die langfristige Erhaltung der Gebäude dar. Darüber hinaus bietet sie die Chance, mit Kooperationspartnern - Fördervereinen, Kommunen, Kultureinrichtungen usw. - in ein konstruktives Gespräch einzutreten. Hier sind gleichermaßen Kreativität, Offenheit und Sensibilität gefragt. Bei einer erweiterten Nutzung bleibt die Kirche Gottesdienstraum der Gemeinde, öffnet sich jedoch - durchaus im Sinne des Evangeliums - für die Gesellschaft.
  6. In einer zunehmend säkularisierten Umwelt ist es wichtig, die ikonographische und liturgische Lesbarkeit der Kirchenräume zu bewahren und damit einem zunehmenden kulturellen Analphabetismus vorzubeugen. Vor einigen Jahren organisierte der Förderkreis Alte Kirchen in Kooperation mit dem Bildungsministerium des Landes Brandenburg einen landesweiten Malwettbewerb für Kinder und Jugendliche unter dem Motto "Unsere Kirche - ein Schatz unseres Heimatortes". Dabei wurde angeregt, dass beteiligte Schulklassen sich vom zuständigen Pfarrer oder einem Mitglied des Gemeindekirchenrates das Kirchengebäude, seine Ausstattung und die liturgischen Hintergründe seiner Nutzung erklären zu lassen. Über die Beteiligung und die phantasievollen Ergebnisse waren wir positiv überrascht.
  7. Vielleicht ist es Ihnen aufgefallen, dass ich in meinen Ausführungen heute noch nicht ein einziges Mal über Geld gesprochen habe. Ohne finanzielle Unterstützung sind jedoch die schönsten Ideen zumeist nicht umsetzbar. Fast schon stereotyp möchte ich hier unsere Hoffnung Ausdruck geben, dass das Land Brandenburg - das als einziges Bundesland in Deutschland seit Jahren keine originären Denkmalpflegemittel in seinen Haushalt einstellt - sich dazu entschließen kann, endlich einen Denkmalpflegefonds zu schaffen bzw. eine seit mittlerweile recht langen Zeit diskutierte Denkmalstiftung auf den Weg zu bringen. Zu hoffen ist auch auf eine weitere Förderung kreativer Ideen zur Sanierung und Nutzung von Kirchen im Zusammenhang mit einem funktionsfähigen Konzept zur Belebung der Dorfmitte durch europäische Strukturentwicklungsmittel. Angesprochen sind hier jedoch auch Kirchenkreise und Landeskirche, Kommunen und Landkreise. Sicher wird es nicht möglich sein, in jedem beantragten Fall größere Summen auszureichen. Im Rahmen einer gut überlegten Kofinanzierung tragen jedoch auch bescheidene Summen dazu bei, das Engagement von Menschen anzuerkennen und zu unterstützen. Die Bewahrung von Kirchengebäuden und ihre Öffnung stellen auch wichtige Bildungsarbeit dar.
  8. Deutschlandweit ist zu beobachten, dass Denkmalpflege und Denkmalschutz zunehmend als Luxus gesehen werden, die man sich - als sogenannte "freiwillige Aufgabe" oder "weichen Standortfaktor" nebenbei auch noch leistet. Verglichen mit dem Jahr 2000 wird die Zahl der Mitarbeiter in der Brandenburgischen Denkmalpflege um gut 40 Prozent schrumpfen.41 Durch derartige Kürzungen ist eine flächendeckende Betreuung denkmalpflegerischer Maßnahmen nur noch schwer möglich. Auch die Akzeptanz in der Gesellschaft ist bedroht, wenn ökonomische Argumente zusehends die Sinnhaftigkeit eines starken Denkmalschutzes in Frage stellen.
  9. Das wichtigste Potential zur Bewahrung unserer Kirchengebäude bleiben die Menschen, die sich vor Ort engagieren. Auf dem Evangelischen Kirchbautag in Rostock 2011 hob der Magdeburger Altbischof Axel Noack hervor, dass es nur so lange gelingen kann, die Kirchenbauten zu erhalten, wie es Menschen gibt, die sie als "meine Kirche" bezeichnen. Denn: "Wo Kirchen verfallen, erodieren auch Dörfer, und mit den Dörfern geht die regionale Identität verloren." Mittlerweile gibt es in Brandenburg fast 300 Fördervereine, die sich für ihre jeweilige Kirche im Dorf einsetzen. Zahlreiche Ehrenamtliche engagieren sich darüber hinaus in den Gemeinden und Kommunen. Es ist ein wirkliches Phänomen und auch eine große Hoffnung, dass etwa zwei Drittel der Mitglieder der lokalen Kirchbauvereine konfessionell nicht gebunden sind, sich aber engagiert dafür einsetzen, die Kirche im Dorf zu lassen. Von kirchlicher Seite werden die Kirchbauvereine in den allermeisten Fällen als willkommene Partner dankbar begrüßt. Vereinzelt jedoch bleiben Konflikte nicht aus. Und manchmal wird so ein Verein auch als Störfaktor empfunden, weil er die sorgfältig erarbeiteten Gebäudebedarfsplanungen in Frage stellt. In der Regel sind derartige Meinungsverschiedenheiten jedoch durch sachliche Gespräche lösbar. Kirche und Denkmalpflege sollten die zahlreichen engagierten Helfer als riesige Chance betrachten. Ohne sie wären zahlreiche Erfolgsgeschichten der vergangenen fünfundzwanzig Jahre nicht möglich gewesen.
  10. Zwischen 1987 und 1994 fanden insgesamt fünf sogenannte "Berliner Gespräche" statt, in denen sich die Landeskirche - bei den ersten beiden Gesprächen noch die "Westberliner" Kirche - und der Berliner Senat intensiv mit der Zukunft der zahlreichen Berliner Großkirchen beschäftigten. Dem folgte 1995 ein sogenanntes "Brandenburgisches Gespräch", bei dem Landeskirche, Landesregierung und Denkmalpflege Perspektiven der Bewahrung der Kirchenbauten im Land ausgiebig diskutierten.42 Das ist nun zwanzig Jahre her; und die Situation hat sich seitdem grundlegend gewandelt. Trotzdem müssen wir uns auch heute noch um unsere Dorfkirche Sorgen machen. Grund dafür ist immer seltener der Bauzustand, sondern die durch den demographischen Wandel und die Säkularisierung unserer Gesellschaft verursachte Tatsache, dass immer mehr Kirchen durch fehlende bzw. rückläufige Nutzung gefährdet sind. Dagegen sollten langfristig Konzepte gesucht werden, was nach zwei Jahrzehnten Pause sicher ein neues "Brandenburgisches Gespräch" rechtfertigen würde. Der Förderkreis Alte Kirchen bietet seine Mitwirkung an.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem seiner Gedichte schreibt der Lyriker Reiner Kunze den wunderschönen Satz: "Damit die Erde hafte am Himmel, schlugen die Menschen Kirchtürme in ihn."43

Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass auch weiterhin die Erde am Himmel haftet! Bleiben Sie uns und unserer Arbeit auch in den nächsten fünfundzwanzig Jahren gewogen!

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!




 1 Zitat von Hermann TIMM
 2 Pascal MERCIER: Nachtzug nach Lissabon, Berlin 2006, S. 198
 3 Diesen Vergleich zieht Kirchenbaurat Karl-Heinz Schwarz für Mecklenburg. Zitiert in: Ulrike SCHÄFER-STRECKENBACH: Kulturkirchen. Wahrnehmung und Interpretation. Gütersloh 2007, S. 14
 4 Philipp GESSLER: Wolfgang Huber. Ein Leben für Protestantismus und Politik. Freiburg i.B. 2012; S. 215
 5 SCHÄFER-Streckenbach a.a.O, S. 14
 6 Geert MAK; Wie Gott verschwand aus Jorwerd. Der Untergang des Dorfes in Europa. München 2007, S. 120 f.
 7 Geert MAK a.a.O, S. 21
 8 Geert MAK a.a.O, S. 266
 9 Kai HANSSEN: Evangelische Kirchen in ländlichen Räumen. Ein Rundblick über Geschichte und Gegenwart. Berlin 2010, S. 231
10 Heribert PRANTL: Die zwei Körper des Bischofs und die heiligen Haltestellen der Großstadt. In: Süddeutsche Zeitung vom 12./13. Mai 2010
11 Christine EICHEL: Das deutsche Pfarrhaus. Hort des Geistes und der Macht. Köln 2012; S. 14
12 Friedrich SCHORLEMMER: Dem Zeitgeist nachjapsen. In: Der Freitag vom 5. Oktober 2010.
13 Antje Ravic STRUBEL: Im Land der abgehärteten Seelen. In: Der Tagesspiegel vom 14. September 2014.
14 Georg Kardinal STERZINSKY: Grußwort des Erzbischofs. In: Arbeitskreis schutzwürdiger Kirchen (Hg.): Bedrohter Kirchenbau. Dokumentation zum 100. Geburtstag des Architekten Reinhard Hofbauer. Ausstellung und Dokumentation. Berlin 2007; S. 5.
15 Wolfgang THIERSE: Die Zukunft der Vergangenheit. Schrumpfende Dörfer, schwindende Gemeinden - was geschieht mit den Kirchen? Vortrag in der Berliner St. Matthäus-Kirche am 16. Januar 2014; ungedrucktes Manuskript.
16 Andreas NOHR: Vom Umgang mit Kirchen. Streit um die Pforten des Himmels. Hamburg 2006.; S. 46
17 Zitiert in: Kirchen erzählen vom Glauben. Arbeitshilfe für Kirchenführerinnen und Kirchenführer. Herausgegeben durch das Gemeindekolleg Celle im Auftrag der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) von Johannes Bilz. Celle 2004; S. 11
18 Dietrich BONHOEFFER: Werke, Band 8; Gütersloh 1998; S. 560.
19 Brandenburg würdigt Beitrag der Kirchen zur Gesellschaft. In: epd-Wochenspiegel, Ausgabe Ost Nr. 21/2014 vom 19. Mai 2014.
20 Daniel SPANKE: Gott sehen. Risiken und Chancen religiöser Bilder. Wilhelmshaven 2006; S. 13.
21 Zentrum für Medien Kunst Kultur im Amt für Gemeindedienst der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers (Hg.): Kirchenräume - Kunsträume. Hintergründe, Erfahrungsberichte, Praxisanleitungen für den Umgang mit zeitgenössischer Kunst in Kirchen. Münster 2002. (Klappentext)
22 Petra BAHR: Alle Kirchen sind Kulturkirchen. In Petra Bahr et al.: Kulturkirchen. Eine Reise durch Deutschland. Leipzig 2011; S. 7
23 Martin C. NEDDENS: Das Thema: Gefährdeter Genius Loci der Stadt im ökologischen Horizont. In: Die Wiederkehr des Genius Loci. Die Kirche im Stadtraum - die Stadt im Kirchenraum. Wiesbaden und Berlin 1987; S. 43.
24 Heinz SCHILLING: Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. München 2013; S. 537.
25 Walter KOLNEDER: Lübbes Bach-Lexikon. Bergisch Gladbach 1982; S. 126.
26 Zitiert bei [Präses] Manfred KOCK: Grußwort. In: Zentrum für Medien Kunst Kultur im Amt für Gemeindedienst der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers (Hg.): Kirchenräume - Kunsträume. München 2012.
27 Wolf-Dietrich MEYER-RATH, Birgit KARGER: Zum Projekt. In: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. (Hg.): Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen. Tagungsdokumentat5ion. Berlin 2007; S. 4f.
28 Petra BAHR, Klaus-Martin BRESGOTT, Hannes LANGBEIN: Kulturkirchen. Eine Reise durch Deutschland. Leipzig 2011; S. 60
29 Annegret REITZ-DINDE: Wer feiert und wer wird gefeiert? Politische und religiöse Festakte in St. Marien zu Lübeck im 19. Und 20. Jahrhundert. In: Wolfgang Grünberg: Wie roter Bernstein. Backsteinkirchen von Kiel bis Kaliningrad. Ihre Kraft in Zeiten religiöser und politischer Umbrüche. München und Hamburg 2008; S. 178 f.
30 Andreas NOHR: Vom Umgang mit Kirchen. Streit um die Pforten des Himmels. Hamburg 2006; S. 95 f.
31 www.kulturradio.de/nachrichten/2014/11/Kirchen-sollen-mehr-fuer-Denkmalschutz-tun.html (21.11.2014)
32 Uwe BIRNBAUM: Gedenke, dass du lebst. Zwischen Sorge und Hoffnung - Die Kirchengemeinde Charlottenburg-Nord braucht Hilfe. In: Die Kirche vom 23. Februar 1014
33 Raier BUCHER: Liquidierungen. Der Verkauf von Kirchen und die aktuelle Neukonstellation pastoraler Orte. In: Angelika Büchse u.a. (Hg.): Kirchen - Nutzung und Umnutzung. Kulturgeschichtliche, theologische und praktische Reflexionen. Münster 2012; S. 36 f.
34 Zitiert in: Albert GERHARDS, Martin Struck (Hg.): Umbruch - Abbruch - Aufbruch? Nutzen und Zukunft unserer Kirchengebäude. Regensburg 20ß08; S. 136
35 Evangelische Kirche in Deutschland: Engagement und Indifferenz. Kirchenmitgliedschaft als soziale Praxis. V. EKD-Erhebung über Kirchenmitgliedschaft; Hannover 2014; S. 131
36 Evangelische Kirche in Deutschland, a.a.O; S. 128
37 Brauchen wir ein "Programm der Stilllegung?" Über die Umnutzung von Kirchengebäuden im Land Brandenburg. Interview mit Kirchenoberbaurat Matthias HOFFMANN-TAUSCHWITZ. In: Restaurator im Handwerk, Ausgabe 4/2011; S. 52
38 Zitiert bei: Martin STRUCK: Kirchen-Nutzen? Zur Zukunft nicht mehr benötigter Kirchen im Erzbistum Köln. In: das münster, Sonderheft 2013 "Erzbistum Köln"; S. 352
39 Josef RÜVENAUER: Die Kirche im Dorf lassen. Über die Zukunft unserer Kirchen. In Albert Gerhards, Martin Struck (Hg.): Umbruch - Abbruch - Aufbruch. Nutzen und Zukunft unserer Kirchengebäude. Regensburg 2008; S. 19
40 Michael SUSSMANN: Verantwortung für den Kirchenbau. Aus der Vergangenheit - in die Gegenwart - für die Zukunft. In: Manfred Keller, Kerstin Vogel (Hg.): Erweiterte Nutzung von Kirchen - Modell mit Zukunft. Evangelischer Hochschuldialog Bauhaus Universität Weimar. Berlin 2008.; S. 92
41 Das Land hat keinen eigenen Etat für die Denkmalpflege. Interview mit Landeskonservator Thomas DRACHENBERG; In: Uckermark Kurier vom 13. September 2013
42 Dazu: HOFFMANN-TAUSCHWITZ, Matthias: Einladung zum lebendigen Gebrauch von Kirchengebäuden - Diskussionsergebnisse mit dem Gemeinwesen. In: Manfred Keller, Kerstin Vogel (Hg.): Erweiterte Nutzung von Kirchen - Modell mit Zukunft. Berlin 2008
43 Die Silhouette von Lübeck. In: Reiner KUNZE: Selbstgespräch für andere. Gedichte und Prosa. Stuttgart 1989; S. 32

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