Was uns bewegt - der Vorstand berichtet

Schöpferische Pause für Broschüre "Offene Kirchen"

Im kommenden Jahr wird es - erstmals seit dem Jahr 2000 - keine neue Ausgabe unserer Jahresbroschüre "Offene Kirchen" geben. Achtzehn Ausgaben unseres Magazins liegen vor, worauf wir - wie ich denke, zu Recht - stolz sind. Verlässlich in der Woche vor Ostern haben Sie das Heft im Briefkasten gehabt und man konnte es in Buchhandlungen, Tourismusinformationen und Kirchen Berlins und Brandenburgs käuflich erwerben. Jedes Jahr wurde der Mittelteil mit Öffnungszeiten und/oder den Adressen und Telefonnummern der Kirchenhüter aufwändig aktualisiert.

Jedes Jahr haben ausgewiesene Fachleute spannende und gut lesbare Beiträge über Geschichte, Kunstgeschichte und Denkmalpflege unserer brandenburgischen Kirchen geschrieben, ohne dass dafür ein Honorar gezahlt werden musste. Fotografen haben uns kostenfrei ihre Bilder zur Verfügung gestellt. Wir erhielten für unsere Zeitschrift viel Lob (manchmal auch für einzelne Beiträge Kritik) und immer wieder die Bestätigung, dass die "Offenen Kirchen" deutschlandweit einzigartig sind. Warum also wird es im nächsten Jahr keine neue Broschüre geben?

Der Vorstand und die Mitarbeiter des Förderkreises Alte Kirchen haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht und beschlossen, eine "schöpferische Pause" einzulegen. Wir werden darüber nachdenken, wie wir ab 2019 weitermachen, denn das Projekt an sich wollen wir auf keinen Fall auslaufen lassen. Dazu war es zu erfolgreich; immerhin beteiligten sich zuletzt über 1.000 Gemeinden und Initiativen. Sie alle folgen unserem Credo: Nur offene Kirchen können besucht, bewundert und in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt werden. Nur wenn man weiß, welche architektonischen Kleinode, welche Schätze in der Ausstattung, welche spannenden Kunst- und Kulturerlebnisse in den auf den ersten Blick oft unscheinbaren Dorfkirchen Brandenburgs zu finden und zu erleben sind, wird man sich für deren Erhaltung engagieren. Dies war, ist und wird auch in Zukunft das Ziel unserer Broschüre sein.

Trotz intensiver Bemühungen ist es uns bisher nicht gelungen, eine finanzielle Unterstützung für die Herstellung und den Vertrieb zu bekommen. Wir schreiben mit dem Verkauf der "Offenen Kirchen" seit einigen Jahren rote Zahlen, auch wenn diese durch Spenden der Leser wieder ausgeglichen werden. Wie bei fast allen Printmedien ist der Absatz rückläufig. Viele Informationen finden sich auch im Internet und die Anzahl der Broschüren, Faltblätter und Prospekte in den Tourismusinformationen und Kirchen hat enorm zugenommen. Auch sind immer weniger Verkaufsstellen bereit, unser Heft anzubieten - darunter leider auch etliche Kirchengemeinden und Fördervereine, die den, eigentlich überschaubaren, Aufwand scheuen und die uns mitteilen, es lohne sich für sie nicht. Das ist uns unerklärlich, denn wir haben bewusst jedes finanzielle Risiko ausgeschlossen, so dass wir hier auch ein wenig Solidarität vermissen.

Die von uns kostenfrei angebotene Lieferung des Heftes an die einzelnen Verkaufsstellen ist für uns nicht ohne Probleme. Nur durch eine große Zahl ehrenamtlicher "Lieferanten", die jedes Frühjahr selbst kleinste Bestellungen in ganz Brandenburg verteilen, kann die Auslieferung erfolgen. Bereits vorher erfordert die Organisation und Logistik einen immensen Zeitaufwand, angefangen damit, die Kunden (meist mehrfach) anzuschreiben, um Bestellungen zu erbitten, die Anzahl der verkauften Hefte abzufragen, Rechnungen zu stellen und deren Bezahlung dann häufig ein paar Mal anzumahnen. Diese Art des Vertriebs ist anachronistisch; hier müssen wir nach anderen Lösungen suchen.

Über viele Jahre hat unsere Referentin Susanne Gloger den Vertrieb organisiert; ihr Abschied bedeutet eine Zäsur, die nicht sofort geschlossen werden kann. Denkbar wäre zum Beispiel ein ehrenamtlicher "Vertriebsleiter", der per Telefon und Internet oder bei Fahrten übers Land Neukunden wirbt. Vielleicht haben Sie Interesse? Wir möchten die Gelegenheit des Pausierens nutzen, um auch über den Inhalt und das Erscheinungsbild der "Offenen Kirchen" nachzudenken. Nichts ist so gut, dass es nicht noch verbessert werden kann! In diesem Zusammenhang bitten wir Sie, uns Ihre Anregungen, Wünsche, aber auch Ihre Kritik an den Zeitschriften der letzten Jahre mitzuteilen. Denn: ab 2019 soll es die "Offenen Kirchen" wieder geben. Das Heft ist unser wichtigstes Medium der Öffentlichkeitsarbeit; wir haben darüber zahlreiche Mitglieder und Spender gewinnen können. Gleichzeitig stellt es mit den bisher erschienenen achtzehn Ausgaben ein Kompendium der brandenburgischen Kirchen und gleichermaßen für Regionalgeschichte und -kultur dar, das seinesgleichen sucht.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen sehr herzlich bedanken, die über viele Jahre zum Erfolg der Jahresbroschüre "Offene Kirchen" beigetragen haben: den Autoren und Fotografen, den Redaktionsmitgliedern, unserer Agentur "Verbum", die von Anfang an das Layout verantwortet und nicht zuletzt den Lieferanten und Verkäufern, die das Heft "unter die Leute" gebracht haben. 2019 soll es mit frischem Wind in den Segeln und neuen Konzepten weitergehen, um in unsere wunderschönen Kirchen einzuladen.

Bernd Janowski


  zurück